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Norbert Schultze jr.

REGIE
Mit Norbert Schultze jr. kehrt ein Mann nach Bad Segeberg zurück, der – mit Unterbrechungen – seit 1996 am Kalkberg Regie führt. Der Hamburger ist ein Experte für eindrucksvolle Massenszenen, für punktgenau inszenierte Komik und stimmungsvolle, mitreißende Musikuntermalung. Auch kennt er sich mit den besonderen „Gesetzen“ der rundum bespielbaren Bühne in Bad Segeberg bestens aus. Es reizt ihn, auch im elften Jahr wieder Neues zu bieten. Dazu gehört ein vollständig verändertes Bühnenbild. Mit schnellen Szenenwechseln, rasanten Ritten und allerlei Überraschungen soll „Der Ölprinz“ richtig an Fahrt aufnehmen. Norbert Schultze jr. inszenierte in den vergangenen Jahren unter anderem am Deutschen Theater in Kapstadt (Südafrika). Er führte Regie in zwei Staffeln der höchst erfolgreichen ARD-Soap „Rote Rosen“ und drehte eine TV-Dokumentation über das Museum für Hamburgische Geschichte. Schultze hat die RTL-Soap „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ mit aus der Taufe gehoben und als Regisseur auch die dramatische Sat.1-Serie „Alphateam – Lebensretter im OP“ zum Erfolg geführt. In den 60er-Jahren gehörte er schon zum Stab der legendären Karl-May-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker. Auch im Kinderfernsehen hinterließ er seine Spuren: Er inszenierte die deutschen Folgen der „Sesamstraße“ und erfand Figuren wie „Tiffy“ und „Samson“. Ein Mann für Shows ist er auch, wie man an „Erkennen Sie die Melodie?“ und „MAZ ab!“ mit Harald Schmidt sehen kann.


Michael Stamp

BUCH
So viele Stücke wie Michael Stamp hat noch keiner für die Karl-May-Spiele geschrieben. Der 41-jährige Bad Segeberger ist zum 13. Mal der Autor am Kalkberg. Nach der Wildwest-Saison 2010 stand er wieder einmal selber auf der Bühne. Vor über 4.200 Zuschauern spielte er mit seiner Kabarettgruppe „Die Schwarzbunten“, für die er auch die Texte schreibt, das Jubiläums-Programm „Zurück in die Kuhzunft – 20 Jahre Public Muhing“. Die Gruppe spendete aus den Eintrittsgeldern über 25.000 Euro für wohltätige Zwecke. Für ihr soziales und kulturelles Engagement erhielten er und seine Kabarett-Kollegen auch die Ehrennadel der Stadt Bad Segeberg. Mehrere Jahre verfasste Michael Stamp für RTL Sketche und vor allem die beliebten News-Meldungen der legendären Comedyshow „Samstag Nacht“ mit Wigald Boning, Olli Dittrich und Tanja Schumann. Auch für die Serie „Happiness“ mit Dorkas Kiefer und Markus Maria Profitlich war er tätig. Außerdem hat der Bad Segeberger, der gern auch Märchenstücke für Kinder verfasst, ein Comedy-Musical über die Historie der Kalkbergstadt geschrieben und einen Beitrag für das European People Festival im irischen Athlone verfasst. Ganz neu ist ein Kinder-Musical namens „Zirkus Makkaroni“. Der Journalist wurde bereits mehrfach bei Landeswettbewerben in die Jury des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren berufen.


Stefan Tietgen

PRODUKTIONS- UND SPIELLEITUNG
Zum zwölften Mal in Folge ist Stefan Tietgen bei den Karl-May-Spielen als Produktionsleiter engagiert. Aber ob im Wilden Westen, im TV-Studio oder Fußballstadion – Stefan Tietgen hat die jeweiligen Projekte als Produktionsleiter immer fest im Griff. Der 41-Jährige sorgt während der gesamten Saison am Kalkberg auch als Spielleiter dafür, dass alle Mitwirkenden im richtigen Moment ins Geschehen eingreifen, dass jede Musik und jeder Knalleffekt passt. Für Sat.1 stellte der Bad Segeberger aufwändige Spielshows mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen auf die Beine - zum Beispiel das Minigolf-Event „Jetzt wird eingelocht!“. Darüber hinaus ist er Produktionsleiter der Hamburger Produktionsfirma „Fernsehmacher“, die fürs ZDF die täglichen Sendungen „Die Küchenschlacht“ und „Topfgeldjäger“, die wöchentliche Kochshow „Lafer, Lichter, Lecker“ und die Talkshow mit Markus Lanz produziert. Weiterhin verantwortete er die Produktionsleitung der ARD-Show „Deutschlands größter Gedächtnistest“ sowie die RTL-Shows unter dem Motto „Atzes Sommer“. Seit Jahren kümmert sich Stefan Tietgen auch um die Fußball-Berichterstattung im Auftrag verschiedener Fernsehsender. Zusammen mit seinem Bruder Jörn betreibt er in Hamburg die Firma tietgen&tietgen production, die sich neben den Karl-May-Spielen unter anderem mit Fernsehproduktionen für vornehmlich internationale Auftraggeber beschäftigt. Seine bislang größte Aufgabe war die Übertragung der Endrundenauslosung zur Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Leipzig.


Jan Erik Stahl

INSPIZIENZ
Ohne ihn greift kein Westmann und kein Häuptling ungefragt ins Geschehen ein. Hinter den Karl-May-Kulissen hört alles auf das Kommando von Jan Erik Stahl. Er ist als Inspizient der Chef der Hinterbühne und schickt die Darsteller im richtigen Moment auf die Szene. Der 37-Jährige ist bereits ein „alter Hase“, denn schon seit 2001 ist er als Inspizient im Freilichttheater tätig. Nach einem literaturwissenschaftlichen Studium mit den Schwerpunkten Theater und Medien an der Universität Hamburg wurde Jan Erik Stahl im Jahr 1994 freier Filmschaffender in Hamburg mit den Schwerpunkten Stoffentwicklung und Produktion. 1996 gründete er die Frame Filmproduktion GmbH und war somit jüngster freier Produzent der Hansestadt. Er realisierte viele Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme und hat zahlreiche Produktions- und Aufnahmeleitungen für Spielfilme, Kinostreifen und Werbung übernommen. Gemeinsam mit seinen Partnern der Agentur Scene Deluxe entwickelt er Konzepte und führt Regie für Unternehmensveranstaltungen. Zu seinen Kunden zählten bereits der Verlag Gruner+Jahr, Escada, die Deutsche Bank, Kodak, HypoVereinsbank, Tchibo und die Otto Group. Zuletzt wirkte er an der Realisierung des ersten Schweizer Medienpreises mit. Mit Nicolas König, Oliver Hörner und Joshy Peters brachte er die Kultkomödie „Butterbrot“ auf die Bühne, mit Götz Otto und Joshy Peters arbeitete er an der Realisierung der Produktion „Billy the Kid“.


Jörn Tietgen

PRODUKTIONS-KOORDINATION
Ein erfahrener Scout im Karl-May-Blockhaus ist Jörn Tietgen. Seit Jahren ist der 43-jährige Hamburger für die Produktionsleitung der Karl-May-Spiele mitverantwortlich. Während der Probenzeit kümmert er sich in erster Linie um die Koordination und Erstellung der täglichen Probenabläufe. Gemeinsam mit seinem Bruder Stefan Tietgen betreibt er seit elf Jahren in Hamburg die Firma tietgen&tietgen production, die internationale Fernsehproduktionen aller Art realisiert. Die restliche Zeit des Jahres verbringt Jörn Tietgen als TV-Produktionsverantwortlicher und Aufnahmeleiter in den Stadien der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sowie im Rahmen der Champions- und Europa League in den europäischen Metropolen des Fußballs. Das Highlight war jedoch sein Engagement bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im Sommer 2010. Dort koordinierte er die Live-Produktion der Fernsehbilder bei neun Spielen in Durban und Port Elizabeth.


Dr. Steve Szigeti

STUNT-KOORDINATION
Am liebsten hat er es, wenn das staunende Publikum rätselt, wie der eben gezeigte Stunt denn überhaupt möglich war. Dr. Steve Szigeti ist ein sehr erfahrener Mann im internationalen Stuntgeschäft. Seit über 30 Jahren sorgt er in Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen für Action. Zum vierten Mal ist der gebürtige Ungar, der seit 1984 den deutschen Pass hat, für die Stunt-Koordination der Karl-May-Spiele verantwortlich. Dr. Steve Szigeti ist promovierter Jurist, entschied sich jedoch für seine Leidenschaft: das Realisieren gefährlich aussehender Szenen. Dass der 52-jährige Kerpener einer der führenden Experten für Pferdestunts in Deutschland ist, hat sich übrigens bis nach Hollywood herumgesprochen. So arbeitete er unter der Regie von Ridley Scott mit einem internationalen Stuntteam für den Blockbuster „Königreich der Himmel“. Auch bei internationalen Großproduktionen wie „Die Mumie“ zählte Steve Szigeti zum Team. Mit Arnold Schwarzenegger drehte er „Total Recall“ und „Red Heat“. Für das deutsche Fernsehen ist er ebenfalls häufig tätig – zum Beispiel für „Tatort“, die Actionserie „Der Clown“, „Der Alte“, „Derrick“ und „Ein Fall für zwei“. Außerdem hat er mit seiner Crew zahlreiche Ritterturniere bestritten. Im monumentalen Vierteiler „Die Säulen der Erde“ wirkte er ebenso mit wie in der US-Serie „The Borgias“ mit Jeremy Irons. An der Seite von Angelina Jolie und Brad Pitt drehte er den Film „United Love Story“. In der Edgar-Allan-Poe-Verfilmung „The Raven“ war er das Stuntdouble für den Killer und damit Gegenspieler von John Cusack.


Gabriela Pegel

REGIEASSISTENZ
Herausforderungen hat Gabriela Pegel noch nie gescheut – und jetzt übernimmt sie zum ersten Mal die Regieassistenz bei den Karl-May-Spielen. Die gebürtige Hamburgerin, die nach dem Abitur für eineinhalb Jahre in Spanien gearbeitet hat, kennt sich im Bereich Sport bestens aus. Im Anschluss an ihr sportwissenschaftliches Studium an der Sporthochschule Köln und dem Abschluss in Publizistik war sie mehrere Jahre freie Sport-Redakteurin beim ZDF, Sat.1 und Vox. Bei Vox war sie auch als Moderatorin tätig. Parallel dazu arbeitete sie außerdem als Moderatorin bei Veranstaltungen. Doch dann wechselte sie vom Sport in die Film- und Fernsehlandschaft. Vor 17 Jahren fing Gabriela Pegel als Regieassistentin bei der Kult-Soap „Verbotene Liebe“ an. Es folgten Krimiserien und Kinofilme. Um noch besser gerüstet zu sein, schob sie ein Studienjahr „Film- und Medienmanagement“ ein. Danach konnte sie als Produktionsleiterin im Bereich TV und Dokumentation arbeiten. Sechs Jahre lang war sie bei einer großen Produktionsfirma als Referentin des Vorsitzenden der Geschäftsführung engagiert. Wer übrigens ein paar Pfunde loswerden will, kann bei ihr erfahren, wie das geht: In ihrer Freizeit arbeitet sie als persönliche Trainerin, die anderen zum Wunschgewicht verhilft.


Sylvia Kassel

PFERDEBETREUUNG / REITTRAINING
Viele Schauspieler haben das Reiten als besondere Fähigkeit in der Vita stehen – und auf einer ruhigen Koppel klappt das meist auch. Aber wenn sie plötzlich zwischen Tausenden von Besuchern auf engen Pfaden reiten sollen, inmitten knallender Colts und Explosionen, dann brauchen sie dringend jemanden, der sie dafür fit macht: Sylvia Kassel, die seit 1996 für Pferdebetreuung und Reittraining verantwortlich ist. Sie hat bisher noch jeden angehenden Westmann und Indianer aufs Pferd bekommen und dafür gesorgt, dass er dort auch bleibt. Sylvia Kassel ist ganzjährig bei der Kalkberg GmbH beschäftigt, denn auch außerhalb der Saison müssen die über 20 Pferde der Karl-May-Spiele trainiert werden. Das geübte Auge von Sylvia Kassel entscheidet darüber, ob ein Pferd eine Wildwest-Karriere startet oder nicht. Die Tiere müssen vom Charakter her in Ordnung sein, sollten ein Stockmaß von 150 bis 160 Zentimeter haben (also nicht zu groß oder zu klein sein) und über ein stabiles Nervenkostüm verfügen. Im Alter von zehn Jahren fing die heute 43-Jährige mit dem Reiten an. Schnell war sie auf den vorderen Plätzen bei Vielseitigkeitsturnieren zu finden und wirkte – natürlich – auch als Reiterstatistin bei den Karl-May-Spielen mit. Neben ihrer Ausbildung machte sie ihren Reitwart und trainierte Traber für die Rennbahn. Schließlich übernahm sie das „Pferde-Management“ am Kalkberg.


Uwe Preuss

PYROTECHNIK
Wenn es im Wilden Westen von Bad Segeberg knallt und brennt, dann hat er gerade auf den Knopf gedrückt: Uwe Preuss, Chef der Berliner Firma Preuss-Effekte. Sein Handwerk hat er nach einer Lehre zum Feinmechaniker beim damaligen DDR-Fernsehen gelernt. Der 51-Jährige wirkte in der Kult-Show „Ein Kessel Buntes“ mit, ebenso bei der Reihe „Der Staatsanwalt hat das Wort“ und im Jugendmagazin „Elf99“. Er betreute „Polizeiruf 110“ und andere Krimiserien. Seit 1990 ist er selbstständiger Pyrotechniker und nach wie vor ein gefragter Mann – zum Beispiel bei den Shows von Carmen Nebel, wo er quasi dafür sorgt, dass der Name der Moderatorin auch Programm ist. Uwe Preuss zündete schon zu Auftritten der Bee Gees, DJ Ötzi, Julio Iglesias, Scooter und LaFee das Bühnenfeuerwerk. Oder er lässt für „Die Straßen von Berlin“ Autos explodieren, Feuerwände lodern und Nebel wallen. Er betreute auf Mallorca die Show „Ballermann Hits“ und in Bulgarien die „José-Carreras-Gala“. Auch für die höchst erfolgreiche RTL-Show „Let’s Dance“ sorgte er schon für die Effekte. Seit 2001 gehört er zum Karl-May-Team. An seiner Seite ist Sohn Patrick Preuss, der am Kalkberg fachmännisch mit zündelt.


Claudia Fischer (Greifvogelstation Hellenthal)

FALKNEREI
Die Greifvogelstation Hellenthal aus der Eifel (www.greifvogelstation-hellenthal.de) bringt in diesem Jahr die fliegenden Stars an den Kalkberg. Vor Ort in Bad Segeberg ist Claudia Fischer, die bereits seit acht Jahren in der Greifvogelstation als Falknerin arbeitet. Nach Absolvierung der Jäger- und Falknerprüfung gestaltet Claudia aktiv die weit bekannten Flugschauen im Wildpark, die von April bis Oktober dreimal täglich stattfinden. Außerdem bringt sie dem Publikum die Greifvögel und die Falknerei bei Außenauftritten näher und zeigt, wie liebens- und schützenswert diese Tiere sind. Bei Hochzeiten haben extra ausgebildete Adler sogar schon die Brautringe eingeflogen und hiermit für ganz besondere Erinnerungen gesorgt. Die heute 26-Jährige ist ausgebildete Tierarzthelferin und dementsprechend neben der Erfüllung ihrer falknerischen Aufgaben für Pflege, Versorgung und Training der Jungvögel zuständig. Und das ist keine leichte Aufgabe, da in Hellenthal jährlich viele teils seltene und bedrohte Falken-, Bussard-, Adler-, Geier- und Eulenarten gezüchtet werden. Als Highlight der Zucht zählt heute noch die weltweit erste Nachzucht des amerikanischen Wappentieres, des Weißkopfseeadlers, die in Hellenthal bereits 1980 gelang. Daneben beteiligt sich die Greifvogelstation Hellenthal an Erhaltungs- und Artenschutzprogrammen und betreibt eine Auffang- und Pflegestation für verletzte Wildtiere. Claudia Fischer ist fasziniert von den Greifvögeln und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auf die Frage, was die Faszination an den Tieren für sie ausmacht, antwortet Claudia: „Es ist immer wieder aufs Neue wunderschön, dass die Tiere uns Falknern vertrauen und freiwillig zu uns zurückkommen, nachdem sie völlig 'vogelfrei' umhergeflogen sind."


Daniela Lüning und Thomas Petersen (Arche Warder e.V.)

TIERBETREUUNG
Das kleine Hinterwälder Rind „Moritz“ wird zusammen mit Ziegen und Hühnern im Siedlertreck der Karl-May-Spiele mitlaufen. Die Tiere kommen vom Tierpark Arche Warder, einem gemeinnützigen Projekt von Greenpeace. Der Tierpark ist Europas größter Zufluchtsort zur Erhaltung seltener und vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen. Hier leben neben „Moritz“ rund 72 weitere gefährdete Haustierrassen inmitten einer reizvollen Parklandschaft. Damit sich die tierischen „Darsteller“ am Kalkberg nicht erschrecken, wenn plötzlich ein Pferd an ihnen vorbei läuft oder es neben ihnen knallt, bereiten Thomas Petersen und Daniela Lüning sie im Vorfeld so gut vor, dass sie später seelenruhig im Treck mitlaufen. Die beiden Tierpfleger kennen die Eigenarten ihrer Vierbeiner genau. Thomas Petersen ist seit rund vier Jahren mit dabei. Er wirkt bei zahlreichen Außenveranstaltungen des Parks mit. Fit hält sich der 48-jährige Tierpfleger mit Fahrradfahren. Eine gute Kondition braucht er auch während der Karl-May-Spiele, wenn er dicht neben den Tieren als Siedler im Treck mitläuft. Auch Daniela Lüning wird während der „Ölprinz“-Aufführungen in die Rolle einer Siedlerin schlüpfen. Die begeisterte Pferdenärrin macht in der Arche Warder ihre Ausbildung zur Tierpflegerin.


Jean Marc Lebon

CHOREOGRAFIE
Am Kalkberg tanzt alles nach seiner Pfeife: Zum dritten Mal bringt er den Westleuten und Indianern die richtigen Schritte bei: Jean Marc Lebon. Der 46-Jährige stammt von der Insel Mauritius und absolvierte sein Tanzstudium an der Rambert Academy in London. Es folgten Engagements beim London Festival Ballet, bei der English National Opera, an vielen Theatern in Deutschland und an der Komischen Oper Berlin. Kleine Rollen übernahm Jean Marc Lebon in Serien wie „Praxis Bülowbogen“, „Wolffs Revier“, „Unser Charly“ und „Balko“. Für die Choreografien war er beispielsweise bei „Flug zu Pferd bis ans Ende der Stadt“ am Pfalztheater in Kaiserslautern, bei einem Tanzfestival in Neapel, beim „Zauberer von Oz“ und beim „Dschungelbuch“ bei den Luisenburger Festspielen zuständig. Auch beim Spielfilm „Der verzauberte Otter“ und bei der Serie „Siebenstein“ war Jean Marc Lebon der Choreograf. Er war für die Choreografie des Films „Rammbock“ verantwortlich, der mit dem Max-Ophüls-Publikumspreis und dem New Berlin Film Award ausgezeichnet wurde. Seine Aufträge führen ihn um die ganze Welt: Für eine Produkt-Präsentation der Firma Siemens hatte er in Berlin und Singapur zu tun, eine Tanztheaterproduktion realisierte er im schwedischen Göteborg.


Gerd Staub/Andrea Steinlandt

BÜHNENBILD
Für Gerd Staub ist es nach eigenen Worten „wie ein Vermächtnis“, das Bühnenbild am Kalkberg zu entwerfen. Der 75-Jährige tritt gemeinsam mit Andrea Steinlandt (54) die Nachfolge des im Vorjahr verstorbenen Bühnenbildners Ulrich Schröder an, der die Karl-May-Spiele neun Jahre lang geprägt und bereits erste Ideen für die Saison 2011 entwickelt hatte. Mit Gerd Staub konnte die Kalkberg GmbH einen Mann gewinnen, der die Erfahrung von rund 300 Produktionen mitbringt. Nicht nur in Deutschland arbeitet er, sondern auch in Italien, Frankreich, England, Osteuropa und Amerika. Der Hamburger begeistert sich vor allem für Literaturverfilmungen wie z.B. „Irrungen – Wirrungen“ und „Unwiederbringlich” von Theodor Fontane, „Dämonen“ von Fjodor Dostojewski„ „Verbannte“ von James Joyce oder „Ein Kriegsende“ von Siegfried Lenz. Auch für die mehrfach ausgezeichnete Verfilmung der Oper „Salome“ von Richard Strauss hat Gerd Staub gearbeitet. Fürs Fernsehen stattete er unter anderem etliche „Tatort“-Folgen, die Kult-Serie „Diese Drombuschs“, „Die Männer vom K3“ und „Bella Block“ aus. Seine Kollegin Andrea Steinlandt hat nach ihrem Architekturstudium, das sie an der Fachhochschule für Gestaltung in Bremen als Diplom-Ingenieurin abschloss, zunächst am Staatstheater Hannover gearbeitet. Seit 1995 ist sie als Szenenbildnerin für eine Vielzahl von Fernsehproduktionen tätig – und hier erwies sie sich als Spezialistin für Krimis. Sie baute für „Stubbe – Von Fall zu Fall“ mit Wolfgang Stumph, „Doppelter Einsatz“ und „Der Ermittler“. Auch TV-Filme wie „Das Duo: Die Verführten“, „Der Prinz von nebenan“ und „Wer entführt meine Frau“ tragen ihre Handschrift. Für die Karl-May-Spiele zogen Gerd Staub und Andrea Steinlandt nun die Berge von Arizona hoch. Der 500.000 Euro teure Kunstfelsen ist als Kulisse für mehrere Jahre konzipiert. Um ein möglichst authentisches Aussehen zu erreichen, beschäftigten sich die Bühnenbildner intensiv mit den Felsformationen, die es in Nordamerika gibt. Insgesamt fertigten sie für „Der Ölprinz“ über 100 Entwürfe und ein komplettes Plastilin-Modell des Felsens an.


Anette Jansen

KOSTÜME
Ihre elfte Karl-May-Saison erlebt Kostümbildnerin Anette Jansen. Sie sorgt nach einem Jahr Pause wieder dafür, dass alle Westleute und Indianer mit möglichst authentischen und optisch interessanten Kostümen ausgestattet werden. Die 52-jährige Hamburgerin hat die Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg in der Fachrichtung Kostümdesign mit Diplom abgeschlossen. Sie hat bereits für zahlreiche renommierte Theater und Produktionsfirmen gearbeitet. So stattete Anette Jansen zahlreiche Stücke an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg aus, fertigte aber auch Prospekte an. Seit 1999 ist Anette Jansen freie Mitarbeiterin beim NDR in Hamburg. Hier war sie u.a. bei der „NDR Talkshow", „Aktuelle Schaubude" , „extra 3" sowie bei der „Schlagernacht 90,3" und dem „Grand Prix Eurovison" für die Kostümausstattung zuständig. Ihre Arbeit führte sie ans Deutsche Schauspiel-Haus in Hamburg, ans Theater der Stadt Koblenz, an die Hamburgische Staatsoper und ans Thalia-Theater.


Katja Paprzik

REQUISITE
Ihren siebenten Einsatz am Kalkberg hat Katja Paprzik. Die 42-jährige Hamburgerin sorgt dafür, dass bei den Karl-May-Spielen nicht nur Darsteller, Pferde und Pyrotechnik auf der Bühne sind, sondern auch all die Kleinigkeiten, die den Wilden Westen erst liebenswert machen: die Requisiten. Zur Arbeit mit ihnen ist Katja Paprzik über Umwege gekommen. Nach dem Abitur studierte sie Kunstgeschichte und machte eine Ausbildung zur Kunstglaserin. Es folgten Stationen an zahlreichen Theatern, dann Film und Werbung. Schließlich landete sie als Requisiteurin bei der „Sesamstraße“. Sie genoss es, Requisiten für die Puppen anzufertigen. Genauso kreativ kann sie sich aber in Bad Segeberg ausleben – frei nach dem Motto: Auch aus einfachen Dingen wird noch etwas Schönes gemacht. Ein alter Perlvorhang wird - golden angepinselt – zu wertvollen Ketten, ein Besenstiel wird zersägt und dank roter Farbe zu Dynamitstangen und ein in der Mitte durchgeschossenes Brötchen wird aus Modelliermasse geknetet. Alles so groß, dass auch Zuschauer auf den hinteren Rängen es sehen können und so liebevoll, dass die Schauspieler gern mit den Requisiten arbeiten.


Pia Norberg

MASKE
Sie hatte schon mit den Gesichtern von Löwen, Katzen und Hyänen zu tun – und jetzt wacht sie im Wilden Westen über die Skalps und darüber, dass Bleichgesichter zu Rothäuten werden. Zum ersten Mal übernimmt Pia Norberg als Maskenbildnerin das Regiment über die Schminktöpfe der Karl-May-Spiele. Schon während ihrer Ausbildung zur Friseurin bei Gerhard Meir in Hamburg zog es sie zu anspruchsvollen und populären Produktionen. Sie hospitierte bei den Salzburger Festspielen, arbeitete bei zahlreichen Modenschauen (zum Beipiel für Giorgio Armani in Hamburg) und gehörte zum Team einer TV-Modenschau mit Heike Makatsch. In den folgenden Jahren arbeitete sie unter anderem bei der Verleihung des Musikpreises Echo, beim Kult-Musical „Cats“ und bei zahlreichen Fotoproduktionen (beispielsweise mit Udo Lindenberg). Zur Maskenbildnerin ließ sich Pia Norberg an der Hamburgischen Staatsoper ausbilden, wo sie auch nach ihrer erfolgreichen Prüfung in Köln mehrere Jahre tätig war. Theater- und Show-Produktionen führten Pia Norberg unter anderem nach Madrid, auf das Kreuzfahrtschiff MS Europa, AIDA Diva, Aida Bella, Aida Luna und AIDA Blu, nach Amsterdam, New York. Sie entwirft Make-up- und Maskenkonzepte für diverse Shows und Events. Sie arbeitete auch für das Walt-Disney-Musical „Der König der Löwen“ im Hamburger Hafen und für die Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in der Münchener Allianz-Arena. Seit sechs Jahren ist sie für das Festival RuhrTriennale tätig. Pia Norberg arbeitete mit Regisseuren, wie Christoph Schlingensief, Jürgen Flimm oder Willy Decker zusammen. Zuletzt war sie bei den Osterfestspielen in Salzburg für die Produktion „Salome“ tätig.


Thomas Fuß

TONTECHNIK UND SOUNDDESIGN
Er hat schon mit Roger Chapman gearbeitet, mit Michy Reincke, Vicky Leandros, Stefan Gwildis und Pee Wee Ellis. Seit 2001 ist Thomas Fuß verantwortlicher Tonmeister der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg und sorgt dafür, dass die Zuschauer auf allen Plätzen optimal beschallt werden. Der 45-Jährige hat sich nach einer Lehre zum Elektroinstallateur als Tontechniker selbstständig gemacht. Dieser Job führte ihn durch ganz Europa. So war er mit den Tourneeproduktionen „Best Of Broadway“, „Golden Gospel Singers“, dem Musical „Chicago“ und den „Golden Musicals Of Broadway“ unterwegs. Er begleitete auch eine Tour des „Golden Gate Quartetts“ und zählte bei der Open-Air-Inszenierung von „Carl Orff’s Carmina Burana“ zum Team. Zudem hat er für etliche Industrieproduktionen am Mischpult gestanden. Zu seinen Kunden zählen Tchibo, die Postbank, Jägermeister, Skoda, Volkswagen, Honda und die Deutsche Bank. Der Norddeutsche Rundfunk holte ihn als Beschaller zur „NDR Talkshow“, zur „Aktuellen Schaubude“ und anderen Unterhaltungssendungen. Bei Sat.1 und ProSieben wirkte er an Sendungen von Jörg Pilawa, Sonja Zietlow, Franklin, Andreas Türck und Britt Hagedorn mit. Darüber hinaus arbeitete er für das ZDF („Johannes B. Kerner“, „Markus Lanz“, „Lafer, Lichter, Lecker“ und „Die Küchenschlacht“), das Schleswig-Holstein Musik Festival und das St.Pauli-Theater („Aretha“, „Little Shop Of Horrors“).


Axel Kohnke

LICHTDESIGN
Seit 2007 gehört Axel Kohnke zum Karl-May-Team. Sein Platz ist oben im so genannten „Leitstand“, denn er zählt zum Team, das sich um das Lichtdesign kümmert. Seine Karriere begann Axel Kohnke nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur bereits in einem Freilichttheater – im Jahre 1995 bei den Eutiner Sommerspielen. Seither hat er sich als Lichttechniker und –designer einen guten Namen gemacht. Er rückt Galas, Modenschauen und Messen ins rechte Licht, sorgt für stimmige Architekturbeleuchtung, und auch allerlei Künstler auf Tournee und im Fernsehen vertrauen auf seine Kreativität – zum Beispiel Udo Jürgens, Lotto King Karl, Bonnie Tyler, Philip Boa, Paul Kuhn, Sasha und Barbara Schöneberger. Zu den TV-Sendungen in seiner Vita zählen die „NDR-Quizshow“, das Ratespiel „Wer hat’s gesehen?“, die Talkrunde „Herman & Tietjen“ und die große „Schaubuden-Gala“. Seit zehn Jahren ist er ausgebildete Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Weitere Standbeine sind die professionelle Aufarbeitung von Tonerkartuschen und Druckerpatronen sowie ein eigener Wartungsbetrieb für Bürotechnik und -maschinen. Und falls in der Karl-May-Schneiderei mal was kaputt geht, kann er auch helfen, denn mit der Reparatur von Nähmaschinen kennt er sich bestens aus.

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