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AKTUELLE BESETZUNG

Alexander Klaws – Winnetou

Seinen Durchbruch hatte Alexander Klaws 2003, als er die erste Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewann. Mit seiner Debüt-Single „Take Me Tonight“ und der Ballade „Free Like the Wind“ schaffte er es auf Platz 1 der deutschen Charts. Insgesamt verkaufte er bislang über 3,2 Millionen Tonträger. Doch auf diesen Erfolgen ruhte sich Alexander Klaws nicht aus.

Er absolvierte an der „Joop van den Ende Academy“ in Hamburg ein Gesangs-, Tanz- und Schauspielstudium. Von Roman Polanski persönlich wurde er für das Musical „Tanz der Vampire“ in Berlin engagiert und spielte die Rolle des Alfred – jene Figur, die Polanski im Kultfilm selbst verkörpert hatte. Von der Musicalbühne ging es für Alexander Klaws ins TV-Studio zur Telenovela „Anna und die Liebe. Er übernahm die Hauptrolle im Walt-Disney-Musical  „Tarzan“ am Stage Theater Neue Flora in Hamburg. Im Sommer 2013 wechselte Alexander Klaws zu den Freilichtspielen in Tecklenburg und spielte den „Ranger“ in „Der Schuh des Manitu“. Außerdem war er bei der Musical-Ensemble-Tour „Hollywood Nights – die schönsten Filmhits aller Zeiten“ dabei.

Auch 2014 und 2016 war Alexander Klaws in Tecklenburg zu erleben: als Titelheld im Musical „Joseph“ und als „Tony Manero“ in „Saturday Night Fever“. Anschließend spielte er im Opernhaus Dortmund und im Theater Basel die Hauptrolle in „Jesus Christ Superstar“ und übernahm den „Tarzan“ in Oberhausen. Im Berliner Theater des Westens begeisterte er das Publikum bei „Ghost – Nachricht von Sam“ in der Rolle, die einst Patrick Swayze verkörpert hatte.Dafür erhielt er den Broadway World Award Germany, die Auszeichnung als bester Schauspieler in einem Musical. Alexander Klaws wurde mehrfach als bester männlicher Darsteller mit dem Da-Capo-Musical-Award geehrt. 2014 erhielt er bereits für „Joseph“ den Broadway World Award Germany. Alexander Klaws war mit „Disney in Concert“ und „Die größten Musicalhits aller Zeiten“ auf ausverkaufter Hallentournee durch Deutschland. In der Schweiz spielte er eine der Hauptrollen in „Knie – das Circus Musical“ und ist in Deutschland mit einem persönlichen Musikprogramm – einem Querschnitt aus Pop, Musical und Filmhits – unterwegs. Nach seinem Sieg in der Pro7-Showreihe „The Masked Singer“ als liebenswertes Ökomonster „Mülli Müller“ verkörperte er auf RTL im TV-Event „Die Passion“, einer modernen Fassung der Leidensgeschichte Jesu, den Heiland. In Darmstadt übernahm er die doppelte Titelrolle im faszinierenden Musical „Jekyll & Hyde“. Immer beliebter wird sein persönliches Weihnachtsprogramm (quasi „Santa Klaws Is Coming To Town“). In diesem Frühjahr schwingt er in ausgewählten Vorstellungen als „Tarzan“ durch die Neue Flora in Hamburg und erlebte dort eine ganz besondere Premiere: Erstmals stand er mit seinem Sohn Lenny auf der Bühne, der den kleinen „Tarzan“ spielt.

Florian Fitz – Roulin

Mehr als 125 Rollen hat Florian Fitz bereits im deutschen Fernsehen gespielt. Den Anfang machte 1988 die Literaturverfilmung „Die Bertinis“ nach Ralph Giordanos gleichnamigem Roman unter der Regie von Egon Monk. Der Film war der Startschuss für eine Karriere, die ihn zu Dreharbeiten an die schönsten Orte der Welt führte.

Seine Schauspielausbildung absolvierte Florian Fitz, der in Frankfurt am Main geboren wurde und aus einer Schauspielerfamilie stammt, am Wiener Franz-Schubert-Konservatorium. Nebenher trat er bereits an renommierten Theatern wie der Freien Volksbühne Berlin und dem Deutschen Theater München auf.

Bereits zu Beginn seiner Karriere gelang ihm etwas, von dem viele Schauspieler ein Leben lang vergeblich träumen: Der Film „Fremde, liebe Fremde“, in dem er an der Seite von Meret Becker die männliche Hauptrolle des „Step“ spielte, wurde 1991 mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Anschließend ging es für Florian Fitz beruflich Schlag auf Schlag: Mittlerweile gibt es kaum noch eine deutsche Erfolgsserie, in der er nicht aufgetreten ist. Wann immer ein Schauspieler für eine markante Haupt- oder Episodenhauptrolle gebraucht wird, ist er gefragt. Er spielte an der Seite von Legenden wie Günther Pfitzmann in „Praxis Bülowbogen“, Willy Millowitsch in „Kommissar Klefisch“ und Günter Strack in „Der König“.

Mit dem „Traumschiff“ und für die „Kreuzfahrt ins Glück“ reiste Florian Fitz unter anderem nach Namibia, Madeira und in die Südsee. Mit Wolfgang Fierek war er in der Familienserie „Zwei Männer am Herd“ zu sehen. Ebenso zählte er mehrere Jahre zum Ensemble der hochkarätig besetzten Serie „Der Fürst und das Mädchen“.

Neun Staffeln lang verkörperte Florian Fitz in der beliebten Serie „Bettys Diagnose“ die tragende Rolle des Klinikchefs Prof. Dr. Alexander von Arnstett. Bei Serien und Fernsehfilmen ist er in jedem Genre zu Hause – vom spannenden Krimi über die unterhaltsame Familiengeschichte bis hin zu romantischen Komödien, Comedy und Actionstreifen. Auch in der innovativen Reality-Spielshow „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ zählte er zur Besetzung (und erwies sich übrigens als fieser Verräter).

Was ihm in seiner Vita jedoch noch fehlte, war ein Western – und den spielt er jetzt live und mit großer Freude am Bad Segeberger Kalkberg. Für die Rolle des Schurken Roulin hat Florian Fitz sogar seine „Komfortzone verlassen“, wie er sagt, und seine Reitkenntnisse gründlich aufgefrischt. Denn wie bei seinen Dreharbeiten liebt er Herausforderungen und möchte das Publikum stets überraschen. Bei diesem Gangster dürfte selbst Apachenhäuptling Winnetou an seine Grenzen geraten.

Isabel Varell – Señorita Miranda

Für Isabel Varell ist die Welt ein faszinierender Ort voller Spielplätze, auf denen sie sich austoben kann – und das tut sie seit dem Beginn ihrer Karriere ausgiebig und voller Leidenschaft. Denn auf einen einzigen Beruf hat sich die temperamentvolle Künstlerin vom Niederrhein nie festlegen lassen. Sie ist Schauspielerin, Sängerin, Autorin und Moderatorin. Als „Señorita Miranda“ kann sie am Kalkberg nun gleich mehrere ihrer Talente nutzen. Neben dem Schauspiel wird sie auch tanzen und singen. Zusätzlich hat sie extra für diese Rolle auch noch das Reiten gelernt.

Millionen von Fernsehzuschauern erlebten sie als Hauptdarstellerin in der Erfolgs-Telenovela „Rote Rosen“ und der langlebigen Arztserie „In aller Freundschaft“. Bei der „Kreuzfahrt ins Glück“ ging es nach Norditalien an die Küste von Ligurien, und auch in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung „Das Geheimnis der weißen Taube“ und dem aktuellen Inga-Lindström-Film „Wo die Liebe anlegt“ drehte sich alles um große Gefühle. An der Seite von Hape Kerkeling trat sie unter anderem im Kinofilm „Willi und die Windzors“ und in der Serie „Gisbert“ auf.

Doch neben der Arbeit vor der Kamera zieht es Isabel Varell auch immer wieder auf die Bühne. Engagements führten sie unter anderem ans Theater an der Kö in Düsseldorf, an das Kölner Theater am Dom, auf den Ku’damm in Berlin, an die Komödie im Bayerischen Hof in München sowie ans Winterhuder Fährhaus und das Imperial Theater in Hamburg. Und weil sie gern Schauspiel und Gesang verbindet, war sie im Kult-Musical „Hairspray“ engagiert, ebenso in „Hammerfrauen“, „Starclub – die Story“ und „Cinderella“.

Als Moderatorin führte sie gemeinsam mit NDR-Legende Carlo von Tiedemann durch die „Aktuelle Schaubude“ und moderierte fünf Jahre lang das Morgenmagazin „Live nach 9“ im Ersten. Als Sängerin und Songtexterin hat Isabel Varell unzählige Singles und viele Alben veröffentlicht. Mit dem Titel „Lass sie reden“ plädierte sie jüngst für mehr Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit.

Außerdem hat sie zwei Bücher veröffentlicht, die beide die Spiegel-Bestsellerliste eroberten: Nach der Autobiografie „Mittlere Reife“ kam „Die guten alten Zeiten sind jetzt“ – ein Mutmacher, der dazu auffordert, nicht wehmütig zurückzublicken, sondern das Hier und Jetzt in vollen Zügen zu genießen. Dies ist auch das Motto ihres Soloprogramms, mit dem sie 2026 und 2027 auf Tournee geht. Das Publikum erlebt einen ganz persönlichen Abend mit Isabel Varell voller Lieder und Geschichten.

Heinrich Schafmeister – Sir John Raffley

Heinrich Schafmeister gehört zu den Schauspielern, deren Gesicht man nie vergisst und die einfach jede Produktion besser machen, in der sie auftreten. Als vielseitiger Charakterdarsteller hat er sich ebenso einen guten Namen erworben wie als Mann für prägnante und stilsichere Komik. In Bad Segeberg wird er nun als britischer „Sir John Raffley“ eine Originalfigur aus Karl Mays Werk verkörpern, die noch nie im Freilichttheater am Kalkberg aufgetreten ist.

Auf die Bühne wollte Heinrich Schafmeister schon immer. Mit gerade mal 13 Jahren rockte er in seiner ersten Beatband los. Nach Abitur und Zivildienst lebte er von Rock- und Straßenmusik und studierte Musik auf Lehramt. Als er 1978 mit dem Rocktheater „Kamikaze Orkester“ durch deutsche Lande tourte, erwachte in ihm die Lust auf Schauspielerei. Kurzerhand warf Heinrich Schafmeister seine Pläne über den Haufen und studierte Schauspiel an der Folkwanghochschule in seiner Heimatstadt Essen.

Nach der Abschlussprüfung 1984 ging er für sechs Jahre ans Stadttheater Aachen. Gleichzeitig startete er seine Film- und Fernsehkarriere und wirkte seither in unzähligen Fernseh- und Kinofilmen quer durch alle Genres mit. Kritiker und Zuschauer waren von Heinrich Schafmeister in der Rolle des Sängers Erich A. Collin im Kinofilm „Comedian Harmonists“ begeistert. Hierfür wurde er auch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Er spielte in den Kultfilmen „Der bewegte Mann“ und „Kleine Haie“ und in der Neuverfilmung von „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Das Fernsehpublikum kennt ihn unter anderem als treuen „Wilsberg“-Freund Manni Höch, als Passagier auf dem „Traumschiff“ und als liebenswerten Imbissbudenbesitzer Dr. Stefan Schiller in „Der Staatsanwalt“. In der erfolgreichen Kinderserie „Wie erziehe ich meine Eltern“ übernimmt er die Rolle des Vaters.

Heinrich Schafmeister ist neben Film und Fernsehen aber immer dem Theater treu geblieben. Er spielte unter anderem die Titelrolle in „Der Revisor“, den pingeligen Felix in Neil Simons Kultkomödie „Ein seltsames Paar“, den Yvan in „Kunst“, die Dragqueen Albin in „Ein Käfig voller Narren“ und den alternden Komiker Willie in „Sunny Boys“.

Heinrich Schafmeister ist Mitbegründer der 2006 ins Leben gerufenen Schauspielgewerkschaft Bühne Film Fernsehen Sprache (BFFS), arbeitete dort bis 2023 ehrenamtlich als Vorstandsmitglied und seitdem als Vorstandsbeauftragter für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation von Menschen, die dem Publikum mittels ihrer Schauspielkunst Anregung und Unterhaltung bieten.

Bastian Semm – Old Shatterhand

Zum dritten Mal sattelt Bastian Semm den Rappen „Hatatitla“ und reitet als Winnetous Blutsbruder Old Shatterhand ins Abenteuer. Tief in seinem Herzen war der gebürtige Bochumer schon immer ein Cowboy – und ein begnadeter Countrymusiker ist er ohnehin. Die Bad Segeberger Zuschauer haben ihn seit seinem ersten Auftritt im Sommer 2023 begeistert als „alte Schmetterhand“ angenommen.

Zwischen den Spielzeiten steht Bastian Semm oft vor der Fernsehkamera. So verbreitete er als Stalker „Caspar Seitz“ in der Soap „Alles was zählt“ Angst und Schrecken. Am Ende starb die Figur einen dramatischen Serientod. Direkt im Anschluss drehte er für die RTL-Kultserie „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ und verkörperte einen erfolgreichen Unternehmer.

Aber am allerliebsten spielt er live vor Publikum. Mit Auftritten zu Pferd und vor Tausenden von Zuschauern kennt sich Bastian Semm bestens aus. Fünf Sommer lang übernahm er bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen die Titelrolle des legendären Freibeuters. Bei seinem Abschied wurde er dort traditionell geköpft – und zwar auf Betreiben von Simon von Utrecht alias Nicolas König, der nun sein Regisseur am Kalkberg ist. So sieht man sich wieder – und am Kalkberg bleibt der Kopf drauf.

Seine Ausbildung absolvierte Bastian Semm an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Es folgten feste Engagements an Theatern in Basel und Heidelberg. 2009 erhielt er für seine Darstellung des „Peer Gynt“ bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel den Rosenthal-Nachwuchspreis. Auch sein Auftritt als „Hamlet“ bei den Bad Hersfelder Festspielen wurde 2011 ausgezeichnet: mit dem Hersfeldpreis. Es folgte wiederum bei den Luisenburg-Festspielen der Romeo in „Romeo & Julia“.

In der ARD-Serie „Verbotene Liebe“ übernahm Bastian Semm als „Martin Vogt“ eine der Hauptrollen. Außerdem drehte er unter anderem für „Freundinnen – jetzt erst recht“ (RTL), „Der Staatsanwalt“ (ZDF) sowie die ZDF-SOKOs in München und Leipzig.

Als Singer-Songwriter geht Bastian Semm seit über zehn Jahren auf Tour. Auch in Bad Segeberg ist er schon mit einem persönlichen Country- und Christmas-Abend aufgetreten und begeisterte die Fans. Sein Programm „CASH – a singer of songs“ brachte ihn sogar bis in die Country-Metropole Nashville, wo er John Carter Cash traf, den Sohn der Musiklegende Johnny Cash.

Joshy Peters – Eiserner Pfeil

Kann sich noch jemand an Karl-May-Spiele ohne Joshy Peters erinnern? Da muss man schon ganz tief in der Erinnerung kramen. Seinen Einstand gab der Hamburger Schauspieler im Sommer 1987 – und seit 1999 hat er in keinem einzigen Sommer mehr gefehlt. In diesem Jahr ist er zum 33. Mal dabei. Viele denken bei ihm vor allem an seine zehn Jahre als Old Shatterhand, den er im Freilichttheater an der Seite von vier Winnetous und öfter als jeder andere Schauspieler verkörpert hat. Doch Joshy Peters‘ Markenzeichen war schon immer seine Vielseitigkeit – und darum hat er sich auch nie auf diese berühmte Heldenrolle festlegen lassen.

Kein Schauspieler hat am Kalkberg je so unterschiedliche Figuren verkörpert wie er. Joshy Peters war unter anderem der Ölprinz Grinley, Old Firehand, der Bärenjäger Baumann, der uralte Westmann Old Wabble, Winnetous Mörder Ko-itse von den Sioux-Ogellallah, der Komiker Karl Miller, Utah-Häuptling Großer Wolf, der legendäre Westmann Buffalo Bill, Bergwerksbesitzer Roulin, Ölbaron Emery Forster, der korrupte Colonel Webster, Old Surehand, der Holzfäller Missouri-Blenter, der grausame Comanchenhäuptling Tokvi-Kava und der gerissene Gangsterboss Buttler. Diesmal spielt er den Eisernen Pfeil, den trunksüchtigen Häuptling der Maricopas.

Auch im Fernsehen hat der Hamburger eine große Fangemeinde erobert. Die Krimiserie „Nord bei Nordwest“ gehört mit bis zu zehn Millionen Zuschauern zu den größten Quotenhits der ARD. Joshy Peters ist darin als Kriminaltechniker Martin Puttkammer ein wichtiger Teil des Teams. Gerade hat er neue Folgen abgedreht.

Fürs Kino spielte Joshy Peters im Warner-Brothers-Streifen „The Crimean“, ebenso in weiteren internationalen Produktionen wie „Target“, „Der letzte Pate“ und „The Mirror“. In Deutschland wurde er für „Absolute Giganten“, „Karniggels“, „Tatort“ und vieles mehr engagiert. In der Serie „Unsere Hagenbecks“ hatte er eine durchgehende Rolle. In arktischen Gewässern um Spitzbergen war er als Kommandant Maik Claasen auf Schiffen der deutschen Marine für die Serie „True North – Arctic Blizzard” unterwegs.

Im Synchronstudio vertont Joshy Peters internationale Hit-Serien wie „Designated Survivor“, „The Knick“ und „Der Graf von Monte Christo“, ebenso Blockbuster der „Transformers“- und „Avengers“-Reihe. Auch bereichert er hochwertige Dokumentationen mit seiner sonoren Stimme.

Am allerliebsten reitet er aber durch den Wilden Westen am Kalkberg, denn einen Sommer ohne Winnetou-Abenteuer kann er sich schon lange nicht mehr vorstellen.

Sascha Hödl – Juanito Alfarez

Sascha Hödl hat diesmal ein bisschen mehr Lampenfieber als sonst. Denn auch wenn er seit über 20 Jahren auf Karl-May-Bühnen zu Hause ist, feiert er eine persönliche Premiere: Zum ersten Mal spielt er einen Weißen. Ansonsten war er – von Stunts abgesehen – immer als indianischer Krieger oder Häuptling unterwegs. Als Desperado Juanito Alfarez zählt er nun zu den Bösewichtern bei „Im Tal des Todes“.

Sascha Hödl liebt und lebt Karl Mays Wilden Westen schon seit Kindertagen. Der Österreicher hat bereits in seinem Heimatland auf der Bühne in Winzendorf gespielt und gehört nun zum achten Mal in Folge zum Ensemble in Bad Segeberg. Um sich auf den neuen Schauplatz Mexiko einzustimmen, reiste er im Frühjahr dorthin.

Dass Sascha Hödl heute Schauspieler ist, hat viel mit Pierre Brice zu tun. Bei der Einweihung der Westernstadt „No Name City“ traf er als Kind den legendären Film-Winnetou – und er ermutigte den jungen Sascha, Schauspieler zu werden. Gesagt, getan. In Winzendorf arbeitete er sich vom Komparsen zum Winnetou hoch, den er fünf Sommer lang verkörperte. Er ging bei ungarischen und französischen Stuntprofis in die Lehre. Außerdem studierte Sascha Hödl am Performing Center Austria und ließ sich zum Musicaldarsteller ausbilden. Seine Stimmlage ist Tenor. Beim Musical „Zorro“ sorgte er für die Stunt- und Fechtchoreografie und spielte den Titelhelden in der österreichischen Uraufführung.  Auch im Musical „Die Schöne und das Biest“ und in Theaterstücken wie „Woyzeck“, „Maria Stuarda“ und „King Arthur“ war er zu erleben.

2018 wechselte er an seine Traumbühne nach Bad Segeberg. Er fing im Stunt-Team an, war aber sehr bald auch in Sprechrollen zu erleben. Beim Live-Hörspiel „Winnetou – Das Gold der Rocky Mountains“ spielte er 2021 den Winnetou – und übernahm diese Rolle vertretungsweise auch 2022 in zwölf Vorstellungen auf der Freilichtbühne.

Sascha Hödl gastierte an den Staatsopern in Wien und Berlin, ging mit den Luisenburg-Festspielen („Alter was’n los”) auf Tour und wurde im Komödienklassiker „Avanti Avanti” als italienischer Schwerenöter Baldo zum Publikumsliebling. Ebenfalls an der Seite von Stefanie Hertel trat er „Ganz Paris träumt von der Liebe“ auf.

Aktuell bereitet er für Frühjahr 2027 eine Tournee mit einer spektakulären „Dracula“-Inszenierung vor. Sascha Hödl hat das Bühnenstück geschrieben, führt Regie und wird auch selbst auf der Bühne stehen. Den blutsaugenden Fürsten der Finsternis kennt er sehr gut. Er tritt ihm seit Jahren immer im Herbst in der Hauptrolle des „Jonathan Harker“ bei Aufführungen auf Burg Lockenhaus in der Nähe von Wien entgegen.

Dirc Simpson – Sam Hawkens

Unterschiedlicher als seine können Rollen bei den Karl-May-Spielen nun wirklich nicht sein: Er spielte den eiskalten Gangster „Rattler“, den von Verbitterung getriebenen Häuptlingssohn „Schiba-bigk, das Eiserne Herz“ und den kultigsten Westernkauz überhaupt: „Sam Hawkens“ – und diese heißgeliebte Karl-May-Figur, die sich bekanntlich nie irrt, verkörpert Dirc Simpson nun auch in seiner achten Wildwest-Spielzeit. Nach zehn Jahren Pause ist der Berliner ins Ensemble am Kalkberg zurückgekehrt.

In der Saison 2004 wurde Dirc Simpson erstmals von den Karl-May-Spielen engagiert: Als Schwerer Mokassin, Häuptling der Sioux-Ogellallah, zeigte er auf Anhieb seine schauspielerische Klasse und kreierte einen eher unterschwellig gefährlichen Antagonisten. Fortan wechselte er zwischen Bösewichten und Sympathieträgern, wobei seine markant raue Stimme ihn öfter auf die Seite der Schurken verschlug.

Wegen genau dieser Stimme und seiner Vielseitigkeit ist Dirc Simpson seit Jahren in den Synchronstudios gefragt. Aktuell hat er eine durchgehende Rolle in der neuen Serie „Spider-Noir“ mit Nicolas Cage gesprochen. Außerdem war er in einigen der erfolgreichsten Animationsfilme der Filmgeschichte zu hören: in beiden Teilen des Disney-Blockbusters „Zoomania“ und im Pixar-Streifen  „Alles steht Kopf“, außerdem in „Rogue One – A Star Wars Story“, in „Spider-Man: No Way Home“, „Guardians Of The Galaxy“, „Mr. Monks letzter Fall“, „Dune: Part Two“, „Captain America“ und „Godzilla“ sowie Serien-Hits wie „Navy CIS“, „House Of Cards“, „Homeland“ und Thriller-Klassiker „24“. Außerdem vertont Dirc Simpson Dokumentationen und Werbespots.

Er beschränkt sich aber nicht auf die Arbeit am Mikrofon, sondern steht auch oft vor der Fernsehkamera. Markante Episodenrollen führten ihn zu „Wilsberg“, „SOKO Stuttgart“, „Kripo Holstein – Mord und Meer“, „Hubert und Staller“, „Küstenwache“, „Die Rosenheim-Cops“, „Alarm für Cobra 11 – die Autobahnpolizei“, „Hauptstadtrevier“ und „Notruf Hafenkante“. Auch drehte er TV-Filme wie „Dünentod“, „Praxis mit Meerblick“, „Helen Dorn – Adrenalin“ und „Die Getriebenen“. Gerade abgedreht hat er zwei Historienfilme fürs Kino. In „Queen Anna“ spielt er einen Bischof im 11. Jahrhundert, und in „Birth Of Empire“ (angesiedelt im 17. Jahrhundert) ist er als schwedischer General zu sehen. In beiden Filmen ist er geritten – genau die richtige Übung für den „Sam Hawkens“ am Kalkberg.

Alexis Kara – Don Fernando

So schnell ist man zurück im Wilden Westen: Im Vorjahr gab Alexis Kara sein Debüt in Bad Segeberg – und das Karl-May-Publikum liebte den raffinierten Quacksalber Dr. Jefferson Hartley. Als es nun galt, für „Im Tal des Todes“ die Rolle des mexikanischen Rechtsanwalts Don Fernando zu besetzen, klingelte schon bald bei ihm das Telefon. Jetzt muss er sich den ellenlangen Namen merken, den Karl May einst ersonnen hat: Don Fernando de Venango e Colonna de Molynares de Gajalpa y Rostredo.

Alexis Karas Karl-May-Karriere begann übrigens in der Komödie Winderhuder Fährhaus in Hamburg. Dort wirbelte er nur so über die Bühne, warf seine Perücke in hohem Bogen von sich, streifte flugs sein Kostüm ab und schlüpfte in ein neues. In der turbulenten Komödie „Sherlock Holmes: Der Fall Moriarty“ spielte er sage und schreibe zwölf (!) Rollen: vom Meisterverbrecher persönlich über den betrunkenen Schaffner bis hin zum arg kurz geratenen Inspektor Lestrade, für den er auf Knien ging. Die Zuschauer waren hingerissen – und das Team der Kalkberg GmbH im Publikum auch.

Alexis Kara sammelte schon während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Hildesheim, Bonn und Göttingen erste Bühnenerfahrungen – unter anderem im Jungen Theater Göttingen und am Theater im OP, dem größten Studententheater Deutschlands, in einem ehemaligen Schauoperationssaal. Seither operiert Alexis Kara quasi am offenen Lachmuskel seiner Zuschauer – und wenn sich irgendwo ein Gag versteckt, dann weiß Alexis Kara ganz genau, wie er ihn aus der Deckung lockt.

In der Rolle des „Dennis Knossalla“ gehört der Schauspieler seit 14 Jahren zum Team der „Heute-Show“ um Oliver Welke im ZDF. Mit dem Ensemble gewann er dreimal den Deutschen Comedy-Preis, außerdem den Bambi, die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis. Er arbeitete mit deutschen Comedygrößen wie Bastian Pastewka, Anke Engelke und Kaya Yanar in Shows wie „Sehr witzig“, „Jetzt wird’s schräg“, „Durchgedreht!“ und der Reihe „Pastewka“. Alexis Kara stand auch schon im „Quatsch Comedy Club“ auf den Brettern, die das Lachen bedeuten.

Improvisation ist ihm wichtig. Kein Wunder also, dass ihm der „Goldene ImproStern“ verliehen wurde.  Er war zehn Jahre Ensemble-Mitglied des Improvisationstheaters Bonner Springmaus und Mitbegründer des Improvisationstheaters Comedy-Company. Außerdem trat er an der berühmten Komödie am Kurfürstendamm in Berlin auf und gestaltete zahlreiche Hörspiele und -bücher als Sprecher – zum Beispiel den Francis-Durbridge-Krimi „Paul Temple und der Fall Geoffrey“ mit Bastian Pastewka.

Inés Cihal – Paloma Nakana

Für Inés Cihal hat der Sommer ein besonderes Abenteuer parat, denn sie steht zum ersten Mal auf der Bühne der Karl-May-Spiele. Die junge Österreicherin spielt Almy Wilkins, die mystische Kräfte besitzt und von den Chiricahua-Apachen als geheimnisvolle Paloma Nakana, die Taube der Wälder, verehrt wird.

Bereits zu Schulzeiten entdeckte sie ihre Liebe für die Bühne und wurde Staatsmeisterin im Bereich Song & Dance der International Austrian Open, einem alljährlichen Tanzwettbewerb. Ebenfalls als Jugendliche spielte sie die Titelrolle der „Madita“ in einer Inszenierung nach dem berühmten Buch von Astrid Lindgren.

Ihre Ausbildung machte Inés Cihal an der Schauspielakademie der legendären österreichischen Volksschauspielerin Elfriede Ott und bei Susan Batson in New York, bevor sie ihr Diplom am Theater in der Josefstadt erwarb. Seither bildet sie sich in Workshops in Schauspielerei, Gesang und Tanz weiter.

Bei Dreharbeiten für Film und Fernsehen arbeitete sie unter anderem mit Karl Markovics („Kommissar Rex“, „Stockinger“) bei „Superwelt“ zusammen, drehte „Agonie“, „My Jurassic Place“, „Rules of Entitlement“, „Taxi Driver“ und aktuell „Endlein“. Auch für Musikvideos stand sie vor der Kamera.

Am Theater bringt sie gern ihr Gesangstalent mit ein, so dass sie häufig in Musicals und Operetten auftritt – zum Beispiel als „Jemina“ in Andrew Lloyd Webbers „Cats“ und in „Lexicon of Musicals“. Bislang zehn Mal wurde sie für die „Dracula“-Inszenierung von Thomas Koziol auf der Ritterburg Lockenhaus engagiert: als verführerische Vampiress, als Esmeralda und Hausmädchen Polly. Weitere Arbeiten waren „Warten auf Godot“, „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“, „Last Xmas“, „Hamlet“, „Feuerwerk“, „Wohnung zu vermieten“, „Nur Ruhe!“, „Käse schließt den Magen“, „Topgirls“ und „Charivari“.

Ebenfalls unter der Regie von Thomas Koziol auf Burg Lockenhaus spielte sie die Zofe Maria in „Báthory – Das Erbe der Blutgräfin“. Über wohligen Grusel konnte sich das Publikum auch bei „Das Gespenst von Canterville“ freuen. Bei den Rainbacher Spielen, einem Sommertheater im oberösterreichischen Innviertel, spielte sie in der Inszenierung der biblischen Geschichte um „Noah“ die Rolle der Nahalath.

Auszeichnungen erhielt Inés Cihal 2022 als beste Schauspielerin bei der Landesmeisterschaft für Kurzfilm für ihren Auftritt in „Die Scherben unserer Liebe“. Ebenfalls als beste Schauspielerin wurde sie 2023 beim Arthouse Festival of Beverly Hills für denselben Film geehrt.

Fabian Monasterios – Martin von Adlerhorst

Wenn Blicke töten könnten, hätte so mancher von Fabian Monasterios‘ Gegenspielern am Kalkberg sein Leben ruckzuck ausgehaucht: Der Hamburger kann Schurkenrollen eine so hinreißende Intensität verleihen, dass es die pure Freude ist. Als Martin von Adlerhorst steht er diesmal jedoch auf Seiten der Guten.

Seit 2012 hat Fabian Monasterios schon acht Sommer in Bad Segeberg verbracht und dabei vom spanischen Waffenschieber über den hinterhältigen Gangsterboss bis hin zum sympathischen Büchsenmacher und mexikanischen Falschspieler so ziemlich alles gespielt – und sogar heißblütige Tänze hingelegt.

Am Hamburger Ohnsorg-Theater sah man ihn in „Romeo und Julia“ und „Champagner to’n Fröhstück“ – natürlich „op Platt“. Und mit der satirischen Komödie „Extrawurst“, in der er den türkischen Tenniscrack Erol spielt, räumte das Ohnsorg den renommierten Monica-Bleibtreu-Preis ab – und der NDR bat umgehend zur TV-Aufzeichnung.

Einige Jahre war er festes Ensemblemitglied an der Landesbühne Niedersachsen. Für das Fernsehen drehte er „Die Rettungsflieger“, „Alarm für Cobra 11 – die Autobahnpolizei” und „Der Mungo“. Neben der Schauspielerei hat Fabian Monasterios noch eine weitere Leidenschaft: Er studiert die japanische Sprache. Er beherrscht sie bereits so gut, dass er in einem japanischen Kurzfilm einen Kulturattaché spielte.

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