Jan Stapelfeldt Shi-So

Es war wirklich erstaunlich: Im Sommer 2021 trat Jan Stapelfeldt erstmals beim Live-Hörspiel der Karl-May-Spiele auf – und keiner im Team hatte das Gefühl, dass hier ein Neuer erstmal ins Team hineinwachsen muss. Es schien, als sei er schon immer da gewesen. Als Wagare-Tey gab er einen starken Häuptling ab und als Old Shatterhands alter Studienfreund Carpio starb er einen berührenden Bühnentod. Nach den kleinen Anfängen im Indian Village geht es für Jan Stapelfeldt nun aber endlich auf die große Freilichtbühne – und auf dieses Erlebnis hat er sich zwei lange Jahre gefreut. Als „Shi-So“, Häuptlingssohn vom Stamme der Navajos, ist er eine Art Wanderer zwischen den Welten und Kulturen: hin- und hergerissen zwischen der Verantwortung für sein Volk und seiner Liebe zu einer jungen Frau, die ausgerechnet zu den weißen Siedlern zählt, die ins Land der roten Völker strömen.

Der gebürtige Hamburger wurde an der Schule für Schauspiel in seiner Geburtsstadt ausgebildet. Mehrere Jahre lang arbeitete er dort anschließend selber als Dozent. Dass er sich neben weiteren Workshops (unter anderem in Los Angeles) auch gründlich für Stuntkämpfe trainieren ließ, bereitete ihn bestens für den Wilden Westen vor.

Besonders gern steht er auf der Theaterbühne und hat im Laufe der Zeit auf Bühnen in Nord und Süd der Bundesrepublik bewiesen, was für ein wandlungsfähiger Schauspieler er ist. Mit Ulrich Wiggers, dem neuen Regisseur der Karl-May-Spiele, hat Jan Stapelfeldt schon zweimal am Grenzlandtheater Aachen zusammengearbeitet: in den Inszenierungen „Cyrano de Bergerac“ und „Von Mäusen und Menschen“. Er gastierte aber auch am Hamburger Ohnsorg-Theater in „Een Matjes singt nicht mehr“ unter der Regie von Wilfried Dziallas. Weitere Engagements führten ihn zu den Schlossfestspielen Ettlingen („Das Sparschwein“, „Eine Woche voller Samstage“).

Die Fernsehzuschauer lernten ihn in der ARD-Kultserie „Marienhof“ kennen. Dort spielte Jan Stapelfeldt mit viel Sensibilität zwei Jahre lang den Autisten Valentin Ernst.