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Im Gespräch mit Florian Fitz

By 27. Februar 2026No Comments

Aktuelles

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„Ich wollte einmal ganz bewusst die eigene Komfortzone verlassen“

Im Gespräch mit Florian Fitz

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf den Sommer? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Meine Vorfreude ist tatsächlich sehr groß. Ich freue mich darauf, wieder einmal einen Sommer im Norden zu verbringen, die Landschaft rund um Bad Segeberg mit dem Fahrrad zu erkunden und vor allem darauf, endlich wieder live vor einem großen Publikum zu stehen. Theater unter freiem Himmel hat eine ganz besondere Energie. Und ich freue mich sehr auf die Arbeit im Ensemble – und vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Pferden.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als das Angebot aus Bad Segeberg kam?

Ehrlich gesagt: große Freude – und auch ein wenig Respekt. Die Karl-May-Spiele haben eine lange Tradition und ein riesiges Publikum. So eine Anfrage ist eine große Ehre. Gleichzeitig wusste ich sofort, dass das körperlich und spielerisch eine besondere Herausforderung wird. Genau das hat mich aber gereizt. Für mich ist es ein großes Geschenk, noch einmal eine völlig neue Fähigkeit wie das Reiten zu erlernen und dabei bewusst die eigene Komfortzone zu verlassen.

Was verbindet Sie mit den Karl-May-Spielen?

Ich war als Kind einmal selbst dort und erinnere mich noch sehr gut daran, wie sehr mich diese Welt fasziniert und verzaubert hat. Diese Mischung aus Abenteuer, Natur, Pferden und großen Emotionen hat mich vollkommen in den Bann gezogen. Jetzt selbst Teil dieser Welt zu sein, ist ein sehr schöner Kreis, der sich da schließt. Ich hoffe, dass es uns gelingt, das Publikum genauso zu begeistern und in eine andere Welt zu entführen.

Wie bereiten Sie sich auf die Herausforderungen des Wilden Westens vor?

Mit viel Training – vor allem im Sattel. Ich werde in der Produktion viel reiten müssen und habe großen Respekt davor. Zum Glück habe ich in Berlin eine fantastische Reitlehrerin gefunden, die sehr genau und auch streng mit mir arbeitet, was ich sehr schätze. Ich hoffe, meine Fähigkeiten bis zur Premiere so weit zu entwickeln, dass man nicht merkt, dass ich eigentlich noch Anfänger bin. Darüber hinaus gehören auch körperliches Training und Textarbeit dazu – und das Eintauchen in diese besondere Theaterwelt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Rolle besonders gut?

Ich spiele den Bösewicht Roulin – und das ist eine wunderbare Aufgabe! Bösewichte zu spielen ist immer eine große Freude, weil man sich als Schauspieler emotional und gestalterisch sehr ausleben kann. In der Theatergeschichte waren die großen Gegenspieler oft die spannendsten Figuren – denken wir an Mephisto oder Richard III. Man darf in die Vollen gehen, große Gefühle zeigen und starke Kontraste spielen.

Sie werden in einem Open-Air-Theater mit über 7.500 Sitzplätzen spielen. Wie steht’s mit Lampenfieber?

Ein gewisses Lampenfieber gehört für mich immer dazu – und das ist auch gut so. Es hält wach und konzentriert. Vor so vielen Menschen unter freiem Himmel zu spielen, hat natürlich eine besondere Dimension. Aber genau das ist ja das Schöne: diese unmittelbare Verbindung zum Publikum. Wenn man dann einmal auf der Bühne steht, weicht die Nervosität meistens sehr schnell der Spielfreude.

Kennen Sie Karl Mays Abenteuer?

Ich kenne Karl May vor allem aus den berühmten Verfilmungen, mit denen viele von uns aufgewachsen sind. Diese Bilder und Figuren haben sich sehr eingeprägt. Ich erinnere mich, dass ich als Kind völlig fasziniert von dieser Welt war und – wie wahrscheinlich viele Jungen damals – heimlich in Winnetous Schwester Nscho-tschi verliebt. Das gesamte Werk entdecke ich jetzt noch einmal neu und mit großem Interesse.

Was wünschen Sie sich für die Saison?

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam als Ensemble eine starke, lebendige Produktion auf die Bühne bringen, die das Publikum begeistert. Dass wir viele magische Sommerabende erleben, an denen man für ein paar Stunden alles andere vergisst und ganz in diese Abenteuerwelt eintaucht. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir alle gesund bleiben, viel Freude an der Arbeit haben – und dass ich sicher im Sattel sitze.