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Backstage

Backstage

HINTER DEN KULISSEN

Regie – Nicolas König

Nicolas König schnupperte bereits als Fünfjähriger zum ersten Mal Bühnenluft – und seither hat ihn der Beruf des Schauspielers nie wieder losgelassen. Der gebürtige Hamburger, der aus einer Schauspielerfamilie stammt, liebt die Vielseitigkeit seines Berufs: Der Mann mit der markanten Stimme spielt Theater, dreht fürs Fernsehen und ist ein Synchron-Profi als Sprecher und Regisseur.

Nach Episodenrollen in der „Schwarzwaldklinik“, beim „Landarzt“, im „Großstadtrevier“ und bei „Adelheid und ihre Mörder“ erhielt Nicolas König seine erste Serienhauptrolle in der RTL-Actionserie „Die Feuerengel“. Später steuerte er mehrere Jahre lang den Hubschrauber der ZDF-„Rettungsflieger“. Doch auch in der ARD-Vorabendserie „Eine für alle – Frauen können’s besser“, in der Telenovela „Rote Rosen“ und in diversen Fernsehfilmen in Serien-Episoden war und ist er zu sehen. Auch in historischen Dokumentationen der Reihe „Unsere Geschichte“ ist Nicolas König als Schauspieler gefragt. Fürs Kino und zugleich den Streamingdienst RTL+ stand er in Prag vor der Kamera: für die Großproduktion „Hagen“, eine Neuinterpretation der Nibelungen-Sage.

Bei den Karl-May-Spielen ist er seit seinem Debüt im Jahre 1992 einer der ganz großen Publikumslieblinge – ob als Häuptling wie „Großer Wolf“ oder „Parranoh“, als Gangster wie „Gibson“ oder als geheimnisvoller Westmann „Bloody-Fox“. Nach seinem höchst erfolgreichen Einstand als Regisseur in der Spielzeit 2023 hat er sich voller Freude ins nächste Abenteuer gestürzt: „Winnetou II – Ribanna und Old Firehand“.

Buch – Michael Stamp

Im Juli 1982 sah Michael Stamp als Kind seine allererste Vorstellung am Kalkberg – und ist seither ein Freund der Karl-May-Spiele. Als Journalist berichtete er viele Jahre lang über das Freilichttheater, bis es ihn reizte, selbst das Verfassen der Textbücher zu übernehmen. Nun gehört der Bad Segeberger schon zum 25. Mal als Autor zum Team und kennt jeden Winkel der einzigartigen Naturbühne.

Sein Ansporn ist, das Publikum stets aufs Neue zu überraschen. Im Sommer 2021 brachte er im Indian Village das aufwändige Live-Hörspiel „Winnetou – Das Gold der Rocky Mountains“ als Autor und Regisseur auf die Bühne. Zuvor hatte sich Michael Stamp beruflich komplett dem Wilden Westen verschrieben. Der langjährige Zeitungsredakteur wurde Mediensprecher der Karl-May-Spiele. Er konzipierte die Backstage-Führungen hinter die Karl-May-Kulissen und erkundete persönlich mit Tausenden von Besuchern die geheimen Gänge der Bühne.

In seiner Freizeit spielt er seit nahezu drei Jahrzehnten in der Kabarettgruppe „Die Schwarzbunten“, deren Autor er ebenfalls ist. Das Ensemble hat bislang rund 250.000 Euro für gute Zwecke eingespielt. Seine fantasievollen Kindermusicals werden in Schulen aufgeführt – zum Beispiel „Zirkus Makkaroni“, „Gespenster wie du und ich“ und „Port Monée – Die Legende des Piraten Hans Spatz“. Den Sender RTL belieferte er mit Gags für die Kult-Shows „Samstag Nacht“, „Freitag Nacht News“ und „Happiness“. Der Bundesverband deutscher Film-Autoren berief ihn bei Wettbewerben in die Jury. Seit einigen Jahren ist er – gemessen an der Zuschauerzahl – der erfolgreichste Bühnenautor im deutschsprachigen Raum. Über sieben Millionen Zuschauer haben seine Stücke bisher erlebt.

Produktions- und Spielleitung – Stefan Tietgen

Stellen Sie sich vor: Es gibt einen Menschen, der seit dem Jahr 2000 jede – und zwar wirklich: jede! – Vorstellung der Karl-May-Spiele gesehen hat. Und nicht nur das! Er hat sie sogar geleitet und dafür gesorgt, dass alle Schauspieler in der richtigen Sekunde auf der Szene erscheinen und auch sonst jedes Detail stimmt. Dieser Mann heißt Stefan Tietgen und übernimmt zum 25. Mal die Produktions- und Spielleitung der Karl-May-Spiele.

Für den Bad Segeberger ist das Wildwest-Theater eine richtige Herzensangelegenheit. Schon vor der jeweiligen Spielzeit hat Stefan Tietgen eine Menge Arbeit in die aufwändigen Theaterproduktionen gesteckt. Er gestaltet maßgeblich die Besetzung des Ensembles und des Teams hinter den Kulissen mit. Im Fernsehgeschäft ist er schon seit über 20 Jahren. Mit seiner Firma „Tietgen Entertainment“ arbeitet er unter anderem als Produktionsleiter der Hamburger „Fernsehmacher“. Wenn auf dem Bildschirm gekocht wird, ist Stefan Tietgen meist nicht weit: Er wurde für Kochshow-Klassiker wie „Die Küchenschlacht“, „Topfgeldjäger“ und „Lafer, Lichter, Lecker“ sowie – ganz aktuell – für „Chefkoch TV“ auf RTL und „Tellertausch“ in der ARD verpflichtet. Weiterhin begleitet er für das ZDF die Talkshow „Markus Lanz“ und für n-tv die Reihe „#beisenherz“. Für die Streaming-Plattform Joyn realisierte er das Influencer-Format „Shame Game“ mit Aaron Troschke.

Bühnenbild – Erik Rüffler

Keiner seiner Vorgänger kannte die Karl-May-Spiele je besser als Erik Rüffler. Der Bühnenbildner ist bereits sein ganzes Leben mit dem Bad Segeberger Freilichttheater verbunden. Als Ende der 1970er Jahre „Kinder-Karl-May“ mit 200 jungen Darstellern aufgeführt wurde, ritt Erik Rüffler als Old Shatterhand für das Gute – sogar auf Tournee in der Berliner Deutschlandhalle. Später wurde er als Komparse, Reiter, Stuntman, Requisiteur und Inspizient engagiert – und 1995 als Bühnenbildner.

Nach seiner Ausbildung zum Zimmermann hatte der Mann, der im südafrikanischen Pretoria geboren und in Bad Segeberg aufgewachsen ist, sein Architekturstudium erfolgreich abgeschlossen und eine Tätigkeit als Bühnenbildner am Theater aufgenommen. Ebenso ist er als Szenenbildner und Filmarchitekt für Film und Fernsehen tätig. Seither hat er für zahlreiche TV-Sender und -Produktionen gearbeitet. Seit allein 20 Jahren ist er für die „SOKO Wismar“ zuständig und hat den Look dieser Serie auch mitentwickelt. Ein Dutzend „Tatorte“ mit Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf, Peter Sodann, Maria Furtwängler und die Premiere von Axel Milberg als Kommissar Borowski hat er betreut. Er ist glücklich, dass er in der Spielzeit 2023 nach langer Pause an den Kalkberg zurückkehren konnte: „Ich bin wieder zurück in meiner Sandkiste!“

Regieassistenz – Jan Erik Stahl

Er ist am Kalkberg bereits ein „alter Hase“ – und dennoch ist diese Saison für ihn eine Art Premiere: In seiner 20. Karl-May-Spielzeit übernimmt Jan Erik Stahl zum ersten Mal die Aufgabe des Regieassistenten. Von 2001 bis 2019 hatte er als Inspizient und damit Chef der Hinterbühne dafür gesorgt, dass hinter den Kulissen alles läuft und jeder Mitwirkende im richtigen Moment ins Geschehen auf der Bühne eingreift.

Diesen Job hat mittlerweile Marc Francisco übernommen – aber als die Karl-May-Spiele einen erfahrenen Regieassistenten brauchten, war Jan Erik Stahl gern bereit, in den Wilden Westen zurückzukehren. Weil Regisseur Nicolas König zugleich den „Parranoh“ spielt und die Inszenierung nicht ständig von außen betrachten kann, trägt Jan Erik Stahl als „rechte Hand“ besonders viel Verantwortung. Seit 1998 arbeitet der studierte Literaturwissenschaftler für Bühne, Film und TV. Als freier Producer kümmert er sich im Auftrag von Agenturen und Produktionsfirmen um die Herstellung von Werbefilmen und TV-Produktionen. Ebenso wird er für die Planung und Umsetzung von Shows und Events engagiert.

Als sich im Zuge der Corona-Pandemie auch in der Werbung und der Unternehmenskommunikation vieles veränderte, waren Jan Erik Stahls Erfahrungen aus Film, Fernsehen und Bühne für viele Firmen sehr hilfreich. Er baute als Bindeglied zwischen den USA und Deutschland das erste deutsche Apple Music Studio in Berlin mit auf. Außerdem entstanden viele neue Formate wie Online-Präsentationen, Webreihen, Streams und digitale Live-Shows. Über 30 sehr namhafte Auftraggeber konnte Jan Erik Stahl hinzugewinnen. Als Kreativdirektor schrieb er Konzepte und Skripte, führte Regie und übernahm als Producer die Gesamtleitung. Seine Leistungen wurden in der Branche gewürdigt: Jan Erik Stahl erhielt 2023 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation.

Kostüme – Martina Kanehl

Kleider machen Leute und Lederfransen machen Westleute – aber als Kostümbildner der Karl-May-Spiele muss man viele Stile und Facetten beherrschen: Zum zweiten Mal übernimmt Martina Kanehl diese spannende Aufgabe.

Mit großem Spaß und viel Kreativität ging sie beispielsweise die Entwicklung und Umsetzung der Kostüme des Ölbarons Emery Forster, des Westmanns Old Firehand und der bezaubernden Ribanna an. Bei „Winnetou II – Ribanna und Old Firehand“ besteht zudem die besondere Herausforderung, zwei Indianerstämme so einzukleiden, dass die Krieger auf den ersten Blick zu unterscheiden sind. Aber Martina Kanehl kennt sich aus – und liebt die Arbeit mit Schere, Nadel und Faden schon seit Kindertagen. „Oma hat mir das Schneidern beigebracht“, erzählt sie schmunzelnd. „Sticken und Knüpfen auch.“ Nach der Schulzeit machte sie dann einen Beruf aus ihrem Schneidertalent.

Nach Ausbildung in Hamburg und weiteren Studien in Düsseldorf ist sie mittlerweile eine erfahrene Kostümbildnerin und Gewandmeisterin. Seit 2017 arbeitet sie in beiden Funktionen für die Pferdeshow „Apassionata“, die mittlerweile „Cavalluna“ heißt und schuf prächtige Kostüme. Auch die Shows „Wahnsinn“ und „Hairspray“ wurden von ihr betreut. Martina Kanehls Kostümideen bereicherten aber unter anderem auch das Musical „Kein Pardon!“, den Klassiker „My Fair Lady“, die Produktion „Shrek – das Musical“, die Kinofilme „The Girl In The Spider’s Web“ nach Stieg Larsson und „Hansel & Gretel – The Witchhunters“ und die Produktionen im Theater des Westens in Berlin. Sie war dort in der Kostümleitung für die Musicals „Ich war noch niemals in New York“, „Chicago“, „Tanz der Vampire“ und „Sister Act“ zuständig. Auch für Shows mit Rammstein und Lady Gaga hat sie geschneidert. Im Frühjahr 2020 übernahm sie die Werkstattleitung bei den Karl-May-Spielen – und ist mittlerweile auch für die Entwürfe der Kostüme zuständig.

Maske – Pia Norberg

Sie hat noch aus jedem blassen Norddeutschen einen kernigen Westernhelden gemacht, dessen Gesicht nach der sengenden Sonne Arizonas aussieht: Zum zwölften Mal übernimmt Pia Norberg als Maskenbildnerin das Regiment über die Schminktöpfe der Karl-May-Spiele.

Ihre Ausbildung zur Friseurin absolvierte sie beim Hamburger Starfriseur Gerhard Meir. Es folgte eine Ausbildung zur Maskenbildnerin an der Hamburgischen Staatsoper. Dort arbeitete sie noch drei weitere Jahre an großen Opernproduktionen und dem Ballett von John Neumeier. 2005 gründete Pia Norberg ihr eigenes Atelier und ist seither mit großer Leidenschaft für verschiedenste maskenbildnerische Bereiche tätig. Nach ihrer Zeit an der Hamburgischen Staatsoper war Pia Norberg zu diversen Auslandseinsätzen unterwegs: den Salzburger Festspielen, Lincoln Festival New York, Holland Festival Amsterdam. Auch bei Fotoshootings, Werbeproduktionen und Musikvideos im In- und Ausland ist sie gefragt. So stattete sie jüngst eine weltweite Werbekampagne der Limonadenmarke Fanta mit auffälligen Perücken aus.

Seit 2018 ist sie Chefmaskenbildnerin der „Ruhrtriennale – Festival der Künste“. Dort sorgte sie 2023 unter anderem für den optimalen Look der Schauspielerin Nina Hoss. Bei Rolf Zuckowskis Musical „Die Weihnachtsbäckerei“ in Schmidts Tivoli gehörte sie ebenfalls zum Produktionsteam. Wenn in der Elbphilharmonie Stars wie Cecilia Bartoli, Hélène Grimaud oder Andrea Bocelli auftreten, wird ebenfalls Pia Norberg angerufen. 2021 hat sie mit „My Maskerade“ ein Herzensprojekt mitentwickelt und die künstlerische Leitung übernommen. Vier Vorschulklassen der Stadtteilschule Wilhelmsburg befassen sich mit dem Thema Maske. 2022 hat sie gemeinsam mit Wilhelmsburger Schülern, Künstlern und Kreativen das Musikvideo „BeatUP2“ erarbeitet. Pia Norberg liebt es, mit Schülern aus ihrem Stadtteil die Leidenschaft zur Maskenbildnerei zu teilen.

Requisite – Katja Paprzik

Sie ist im Wilden Westen die Frau für das „Gedöns“, wie sie die Requisiten augenzwinkernd nennt – und das schon zum 18. Mal. Die Hamburgerin sorgt dafür, dass bei den Karl-May-Spielen nicht nur Darsteller, Pferde und Pyrotechnik auf der Bühne sind, sondern auch all die Kleinigkeiten, die den Wilden Westen erst lebendig und liebenswert machen.

Nach dem Abitur studierte Katja Paprzik Kunstgeschichte und machte eine Ausbildung zur Kunstglaserin. Es folgten Stationen an zahlreichen Theatern, dann Film und Werbung. Schließlich landete sie bei der „Sesamstraße“. Sie genoss es, Requisiten für die Puppen anzufertigen. Für das Hamburger Musical „Der König der Löwen“ kümmerte sie sich in der „Puppet-Abteilung“ unter anderem um die Masken der Löwen „Scar“ und „Mufasa“ und setzte Kostüme instand. Außerdem stattete sie das Musical „Flashdance“ aus, hatte einige Jobs in der Werbung und arbeitete für die Zeitschrift geo.

Vom NDR wurde sie für die Kult-Comedy „Der Tatortreiniger“ engagiert – ebenso schon oft für den Kieler „Tatort“. Auch die „SOKO Hamburg“, der „Tatort“ in Niedersachsen, „Guidos Deko-Queen“, ZDF-Krimis mit Anna Loos und die Werbeagentur des Videospielherstellers Nintendo nutzen ihre Kenntnisse. Bei den historischen Kinofilmen „Alma & Oskar“ und „Stella – ein Leben“ richtete sie die Filmsets ein. Auch für die Backstage-Führungen der Karl-May-Spiele in den Sommern 2020 und 2021 suchte sie die originellsten Requisiten aus dem Fundus – die Besucher waren begeistert. Nach der Karl-May-Spielzeit 2023 ging es für sie mit einem ZDF-Film über die Kinderserie „Hallo Spencer“ weiter. Katja Paprzik baute das Original-Runddorf aus der legendären Kindersendung mit auf und holte so manche Puppe und so manches Requisit aus dem Dornröschenschlaf. Am Set traf sie nicht nur Initiator Jan Böhmermann , sondern auch ehemalige Puppenspielerkollegen aus der „Sesamstraße“ wieder. Kurz vor der Karl-May-Saison 2024 hatte sie noch einen mehrwöchigen Einsatz bei der beliebten Serie „Die Discounter“, produziert von Christian Ulmen.

Stunt-Koordination – Dr. Steve Szigeti

Die Karl-May-Stuntleute bringen ihren eigenen Doktor mit – doch keine Sorge: Sie brauchen nur relativ selten einen Mediziner. Dr. Steve Szigeti ist aber ohnehin ein Doktor der Rechte. Wenn es aber bei ihm ans „Ausfechten“ geht, hat das nicht nur etwas mit Einsprüchen und Revisionen in erster und zweiter Instanz zu tun: Er ist ein echter Stunt-Experte.

Als ehemaliger Vielseitigkeits-Sportler und Athlet der Olympia-Auswahl im mehrmaligen Weltmeister-Team von Ungarn im Modernen Fünfkampf war er für Action- und Bodystunts prädestiniert. Jenseits der Juristerei gehören zu seinem Repertoire spannende Actionszenen, Reiterstunts sowie Abstürze und Explosionen. Außerdem entwickelt er technische Stunteinrichtungen und tüftelt akribisch an der Realisierung selbst der schwierigsten Aufgaben. Wenn im Sommer eine Film- oder TV-Produktion anruft, hat Steve Szigeti nur wenig Zeit und Kapazitäten frei, denn die Monate Juni bis September sind für die Karl-May-Spiele reserviert – und das schon zum 15. Mal. Seit über 40 Jahren sorgt der deutsch-ungarische Action-Experte in internationalen Film-, Fernseh- und Theater-Produktionen für Spannung.

Dass der Kerpener einer der führenden Experten für Stunts in Deutschland ist, stellte er seit dem Start im TV-Mehrteiler „Michael Strogoff – Der Kurier des Zaren“ mit Raimund Harmstorf in vielen Kinostreifen unter Beweis: „Die Mumie“, „Four Feathers“, „Eragon“, „Evita“ und „Red Heat“ mit Arnold Schwarzenegger. Unter der Leitung der Hollywood-Legende Ridley Scott drehte er „Königreich der Himmel“ mit Orlando Bloom. Stars wie Brad Pitt lernte er beim Kult-Actionfilm „World War Z“ kennen. Mit John Cusack drehte den Gänsehautkrimi „The Raven“ von Edgar Allen Poe. Bei den TV-Mehrteilern „Die Säulen der Erde“, „Die Tore der Welt“  und „Die Borgias“ waren weitere internationale Stars seine Kollegen: Oscar-Preisträger Eddie Redmayne, Götz Otto, Donald Sutherland, Ian McShane und Jeremy Irons. Auch für das deutsche Fernsehen ist er tätig – zum Beispiel für „Tatort“, „Ein Fall für Zwei“ und früher bei der beliebten RTL-Serie „Der Clown“ mit Sven Martinek, den er jüngst öfter bei „Morden im Norden“ wiedersah. Produktionen wie „Notruf Hafenkante“, „Wilsberg“, „Der Usedom-Krimi“ sowie die Netflix-Serien „Last Kingdom“ und „Barbaren“ ergänzen das Gesamtbild.

Choreografie – Jean Marc Lebon

Am Kalkberg tanzt alles wieder nach seiner Pfeife: Zum 13. Mal bringt er den Westleuten und Kriegern die richtigen Schritte bei: Jean Marc Lebon. Er hat schon Jazz- und Dixieland-Choreografien an den Kalkberg gebracht, ebenso eine große mexikanische Fiesta.

Er stammt von der Insel Mauritius und absolvierte sein Tanzstudium an der Rambert Academy in London. Es folgten Engagements beim London Festival Ballet, bei der English National Opera, an vielen Theatern in Deutschland und an der Komischen Oper Berlin. Kleine Rollen übernahm Jean Marc Lebon in Serien wie „Praxis Bülowbogen“, „Wolffs Revier“, „Unser Charly“ und „Balko“. Für die Choreografien war er beispielsweise bei „Flug zu Pferd bis ans Ende der Stadt“ am Pfalztheater in Kaiserslautern, bei einem Tanzfestival in Neapel, beim „Zauberer von Oz“ und beim „Dschungelbuch“ bei den Luisenburger Festspielen zuständig. Auch beim Spielfilm „Der verzauberte Otter“ und bei der Serie „Siebenstein“ war Jean Marc Lebon der Choreograf. Er war für die Choreografie des Films „Rammbock“ verantwortlich, der mit dem Max-Ophüls-Publikumspreis und dem New Berlin Film Award ausgezeichnet wurde.

Seine Aufträge führen ihn um die ganze Welt – zum Beispiel nach Moskau, Zürich und Stockholm. Er coachte er Natalia Wörner bei Tanz und Bewegung für die ZDF-Krimireihe „Nachtschicht“ und den Sänger Alexander Martin für seine Auftritte. Jean Marc Lebon übernahm die Choreografie beim Musikprojekt „Where Have All The Flowers Gone” und für die einstündige Zirkusshow zum Thema Identität („Exploring identities”), die in Berlin, Graz, Linz und Bleiburg aufgeführt wurde. In der vergangenen Spielzeit war er als Assistent für Choreografie und Regie an der Staatsoper Berlin bei der Produktion „Geschwinde, ihr wirbelnden Winde“ engagiert.

Pyrotechnik – Uwe Preuß

Wenn im Wilden Westen von Bad Segeberg Feuerbälle in die Luft schießen, es brennt und Planwagen explodieren, dann hat er gerade auf den Knopf gedrückt: Uwe Preuß, Chef der Firma Preuss Effekte GmbH.

Pyrotechnik und Spezialeffekte zündet er seit weit über 30 Jahren. Ob bei Helene Fischer, Andrea Berg, den Bee Gees, den Hollies, Cliff Richard, Jürgen Drews, Santiano oder Scooter, aber auch bei Produktionen mit Martin Semmelrogge und Christian Kohlund war Uwe Preuß im Einsatz und hat das Bühnenfeuerwerk und die Special Effects abgefeuert. Er betreute Shows wie die „Ballermann-Hits“ auf Mallorca, die Apres-Ski-Fete in St. Anton und auch für die erfolgreiche RTL-Show „Let’s Dance“ hat er schon gearbeitet. Bei Fernsehfilmen, Theaterstücken, Open-Air-Veranstaltungen, Kindersendungen, bei Firmen- und Stadtfesten sowie Geburtstagen und Hochzeiten sind seine Spezialeffekte ebenfalls gefragt.

Zuletzt kümmerte er sich um die Special Effects beim Auftritt von Künstlern wie Howard Carpendale in der ARD-Show „Klein gegen Groß“ mit Kai Pflaume. Außerdem sorgte er bei den letzten beiden Konzerten der legendären Puhdys in der Berliner Mercedes-Benz-Arena für das spektakuläre Bühnenfeuerwerk. Von 2016 bis 2018 war er für die Spezialeffekte beim Piratenspektakel in Eckernförde zuständig. Bei der Eröffnungs-Gala der Internationalen Tourismus Börse in Berlin kümmerte sich Uwe Preuß ebenfalls um die Effekte. Seit der Saison 2001 gehört der Berliner zum Team der Karl-May-Spiele und hatte in dieser Zeit, wie er sagt, am Kalkberg die größten Herausforderungen in seiner Spezialeffektfirma.

Pferdebetreuung / Reittraining – Sylvia Kassel

Viele Schauspieler haben das Reiten als besondere Fähigkeit in der Vita stehen – und auf einer ruhigen Koppel klappt das meist auch. Aber wenn sie bei den Karl-May-Spielen plötzlich zwischen Tausenden von Besuchern auf engen Pfaden reiten sollen, inmitten knallender Colts und Explosionen, dann brauchen sie dringend jemanden, der sie dafür fit macht: Sylvia Kassel, die seit 1996 für Pferdebetreuung und Reittraining verantwortlich ist.

Sie hat bisher noch jeden angehenden Westmann und Indianer aufs Pferd bekommen und dafür gesorgt, dass er dort auch bleibt. Sie ist ganzjährig bei der Kalkberg GmbH beschäftigt, denn auch außerhalb der Saison müssen die rund 20 Pferde der Karl-May-Spiele trainiert werden. Das geübte Auge von Sylvia Kassel entscheidet darüber, ob ein Pferd eine Karl-May-Karriere startet oder nicht. Die Tiere müssen vom Charakter her in Ordnung sein, sollten ein Stockmaß von 150 bis 160 Zentimeter haben (also nicht zu groß oder zu klein sein) und über ein stabiles Nervenkostüm verfügen. Im Alter von zehn Jahren hatte Sylvia Kassel einst selbst mit dem Reiten angefangen. Schnell nahm sie an Vielseitigkeitsturnieren teil und wirkte – natürlich – auch als Reiterstatistin bei den Karl-May-Spielen mit. Sie machte ihren Reitwart und trainierte Traber für die Rennbahn. Schließlich übernahm sie das „Pferde-Management“ am Kalkberg.

Inspizienz – Marc Francisco

Wie mancher im Karl-May-Team hat der Inspizient die Spiele schon als Kind lieben gelernt: Marc Francisco war sechs Jahre alt, als er 1989 im weiten Freilichtrund saß. Seither hat der gebürtige Elmshorner kein einziges Wildwest-Abenteuer verpasst.

Zehn Jahre später war er auf Werbefahrten für Winnetou unterwegs. Nach einer Lehre zum Elektroinstallateur fasste er den Entschluss, fortan auf der Freilichtbühne mitzumischen und bewarb sich 2005 als Komparse. „Mal sehen, ob die dich nehmen…“ Sie nahmen ihn. 2009 tauschte er den Bühnen-Job aber gegen eine andere Aufgabe: Er wurde Tonassistent. Nach kurzer Karl-May-Pause im Jahr 2010 kehrte Marc Francisco als Komparse zurück – und blieb. 936 Vorstellungen hat er auf der Freilichtbühne gespielt. 2021 gehörte er dem Ensemble des Live-Hörspiels „Winnetou – Das Gold der Rocky Mountains“ im Indian Village als Geräuschemacher an. Dort ließ er (rein akustisch) Pferde galoppieren, Peitschen knallen, Gläser scheppern – und legte sich in einer Sprechrolle als Eisenbahner sogar mit Sam Hawkens an.

Im Sommer 2022 wurde er als Inspizient der neue Chef der Karl-May-Hinterbühne. Sein langjähriger Vorgänger Jan Erik Stahl hatte Marc Francisco einst für die Arbeit beim Fernsehen interessiert. Seither ist er freier Mitarbeiter beim NDR und im Studio Hamburg, wo er beispielsweise bei Quiz- und Talkshows mit Esther Sedlaczek, Kai Pflaume, Laura Karasek und Alexander Bommes für die Betreuung von Kandidaten und Prominenten zuständig ist. So arbeitete er unter anderem mit David Hasselhoff, Verona Pooth, Heino Ferch, Jürgen Vogel und den Ehrlich Brothers. Bei „Gefragt – Gejagt“ weist er die Quizteilnehmer ein. MIttlerweile verstärkt er sogar die Casting-Abteilung der Sendung und fungiert als Set-Aufnahmeleiter. Weitere Highlights waren seine Arbeit beim Deutschen Radiopreis und bei der Goldenen Kamera, wo er auf Hollywoodstar Colin Farrell traf.

Tontechnik und Sounddesign – Thomas Fuß

Er hat schon mit Roger Chapman gearbeitet, mit Michy Reincke, Vicky Leandros und Stefan Gwildis. Seit 2001 ist Thomas Fuß verantwortlicher Tonmeister der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg und stellt sicher, dass die Zuschauer auf allen Plätzen optimal beschallt werden. Er plant und betreut Veranstaltungen von TV und Theater sowie für Industriekunden.

Nach einer Lehre zum Elektroinstallateur hat sich Thomas Fuß als Tontechniker selbstständig gemacht. Dieser Job führte ihn durch ganz Europa. So war er mit den Tourneeproduktionen „Best Of Broadway“, „Golden Gospel Singers“, dem Musical „Chicago“ und den „Golden Musicals Of Broadway“ unterwegs und zählte bei der Open-Air-Inszenierung von „Carl Orffs Carmina Burana“ zum Team. Zudem hat er für etliche Industrieproduktionen am Mischpult gestanden.

Der Norddeutsche Rundfunk holte ihn zur „NDR-Talkshow“, zur „Aktuellen Schaubude“ und anderen Unterhaltungssendungen. Er arbeitete für allerlei Talkformate und Shows bei Sat.1, ProSieben und das ZDF (zum Beispiel „Johannes B. Kerner“, „Markus Lanz“, „Lafer, Lichter, Lecker“ und „Die Küchenschlacht“). Aktuell kümmert er sich um das spaßige Quiz „Wer weiß denn sowas?“ mit Kai Pflaume, Bernhard Hoëcker und Elton, „Gefragt-Gejagt“ mit Alexander Bommes und ganz neu „Drei Teller für Lafer“, eine neue Kochshow auf Sat.1. Außerdem war er beim überjazz- und beim elbjazz-Festival tätig.

Produktionsassistenz – Lena Böttcher

Lena Böttcher übernimmt zum zweiten Mal in Folge die Produktionsassistenz bei den Karl-May-Spielen. 2022 hatte die gebürtige Kielerin als Komparsin am Kalkberg mitgewirkt. So mancher Zuschauer erinnert sich bestimmt an die „hochschwangere“ Siedlerin, die auch mit dickem Babybauch temperamentvoll mittanzte.

Zusätzlich zu ihren Auftritten war Lena Böttcher für das Einspielen von Special-Effect-Geräuschen zuständig. Ob saftiger Faustschlag ins Gesicht, das Zischen beim Lanzenwurf und das bedrohliche Knirschen der umstürzenden Öltürme – alles kam per iPad von ihr. Auch im vergangenen Jahr „feuerte“ sie die Geräusche ab und spielte in einigen Szenen mit. Genauso hält sie es auch in diesem Jahr und pendelt zwischen iPad und turbulentem Wildwest-Geschehen.

Zur Bühne fühlte sich Lena Böttcher schon seit Kindertagen hingezogen. Ihre ersten Auftritte hatte sie bereits in der Grundschule. Als sie ein paar Jahre später in New York auf dem Broadway aus dem Musical „Mamma Mia!“ kam, wusste sie: „Sowas will ich auch machen!“ Diesen Plan setzte sie bei diversen Schulproduktionen in die Tat um. Auch, als sie als Jugendliche für ein Jahr in Australien lebte, trat sie ins Scheinwerferlicht: an der Miami State High School in Queensland an der Gold Coast. Parallel zu ihrem Studium der Biologie, der Anglistik, Nordamerikanistik und Philosophie trat sie in allerlei Theaterproduktionen auf und arbeitete als Regieassistentin am Theater Kiel. Sie hospitierte im ZDF-Landesstudio Schleswig-Holstein und erhielt eine Auszeichnung im Bereich Theaterpädagogik.

Produktionskoordination – Philipp Sydow

Im Produktionsbüro, das unter anderem für die Probenplanung und die täglichen Dispositionen zuständig ist, sitzt zum zweiten Mal Philipp Sydow. Er ist mit dem Thema Karl-May-Spiele ohnehin schon seit Jahren auf beruflicher Ebene vertraut.

Nach einer journalistischen Ausbildung bei Tide.Radio wurde er zum Kaufmann für audiovisuelle Medien bei Lausch Medien. Das Medium Ton hatte es ihm da schon lange angetan – und so ist er seit 2020 Geschäftsführer von Kopfkino Audio. Zugleich arbeitet er dort als Autor und Regisseur und hat bereits eine ganze Reihe spannender Hörspiele auf den Markt gebracht – unter anderem ein Karl-May-Abenteuer mit dem letztjährigen „Old Shatterhand“ Bastian Semm in der Rolle des Winnetou. Parallel ist er als Podcast-Gastgeber und Radiomoderator („Unzensiert – die Late-Night-Show“) tätig. Bei Lausch-Medien wurde er Leiter der Hörbuch-Produktion, drehte als Aufnahmeleiter und Co-Autor den Film „Hamburger Jung“ und hatte noch einen ganz besonderen Auftritt als Komparse: im Actionstreifen „Drei Engel für Charlie“. Im Wilden Westen von Bad Segeberg hat er es statt mit Engeln mit Helden und Schurken zu tun.

Waffenmeister – Heinrich Morsdorf und Horst Lipsius

Sie sind die Herren der „Donnerbüchsen“. Horst Lipsius und Heinrich Morsdorf sorgen dafür, dass Winnetous Silberbüchse und Old Firehands Winchester bei allen Auftritten zuverlässig funktionieren – schließlich sollen die Helden auch immer heldenhaft wirken.

Die beiden Waffenmeister sind aber nicht nur für die Gewehre der Helden zuständig, sondern statten auch alle Westleute und Krieger auf der Bühne mit stilechten Schießeisen aus. Horst Lipsius übernimmt darüber hinaus den Kauf der Colts und Gewehre, das Laden der Waffen, das Reinigen und erledigt kleinere Reparaturen. Er gehört zum zwölften Mal zum Karl-May-Team. Der Sportschütze hat natürlich die Waffen-Sachkundeprüfung und nimmt diese bei Sportschützen-Prüfungen auch selbst ab. Neben den Karl-May-Spielen hat Horst Lipsius noch einen anderen „Job“: Er restauriert Oldtimer und fährt bei Oldtimer-Rennen mit. Beim Live-Hörspiel „Winnetou – Das Gold der Rocky Mountains“ im Indian Village war er im Sommer 2021 ebenfalls im Einsatz und sorgte mit handgefertigten Patronen dafür, dass die Lautstärke des Knalls genau auf die kleinere Bühne abgestimmt war.

Zum achten Mal teilt er sich seine Aufgaben am Kalkberg mit Heinrich Morsdorf. Der ehemalige Erste Polizeihauptkommissar in Hamburg wollte als Pensionär nicht nur zu Hause sitzen, sondern weiter „etwas um die Ohren“ haben. Der Sportschütze hat ebenfalls die Waffen-Sachkundeprüfung und war Vorsitzender des Schützenvereins seines Wohnortes Schmalfeld.