Ensemble


Jan Sosniok Winnetou

Jan Sosniok ist 2018 zum sechsten Mal der „Winnetou“ der Karl-May-Spiele Bad Segeberg. Für ihn verkörpert der Apachenhäuptling all die guten Eigenschaften, die ihn zu einem wahren Häuptling des Lebens machen.

Jan Sosniok zählt seit 1994 zu den ganz großen Fernsehlieblingen. Seit seinem Start bei RTL hat sich der heute 50-Jährige durch viele Rollen in Fernsehserien, TV-Filmen und auf der Bühne etabliert. Für seine Rolle des „Sven“ in der erfolgreichen ARD-Serie „Berlin-Berlin“ bekam er den Emmy-Award und den Deutschen Filmpreis. Als Rechtsanwalt „Dr. Oliver Schmidt“ gehört Jan Sosniok zum Team der beliebten SAT1-Serie „Danni Lowinski”. Für die Serie gab es 2010 den Deutschen Fernsehpreis sowie zweimal den Deutschen Comedypreis. 2017 war er mit dem „Traumschiff” unterwegs. Die Reise führte ihn u.a. auch nach Madagaskar, Südafrika, Mauritius und Los Angeles. Danach ging es für den Schauspieler gleich mit einem Dreh in Deutschland weiter: Mit Simone Thomalla stand er für einen neuen Film der ZDF-Reihe „Frühling” vor der Kamera. Jan Sosniok spielte aber auch in Fernseh-Filmen wie „Verschleppt! – Kein Weg zurück“, „Das beste Stück“, „Inga Lindström: Wochenende in Söderholm“, „Die Pilotin – Entscheidung in den Wolken“, „Kreuzfahrt ins Glück – Korfu“ und in den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen „Im Zweifel für die Liebe“ und „Anwälte küsst man nicht”. In Serien wie “Ein Fall für zwei”, “Balko” oder “Türkisch für Anfänger” war er in Episodenrollen zu sehen.


Christine Neubauer Judith Silberstein

Aus den Fernsehprogrammen ist Christine Neubauer inzwischen längst nicht mehr wegzudenken. Sie stand in zahlreichen Filmen vor der Kamera – eine kleine Auswahl:  „Die Briefe meiner Mutter“, „Die Holzbaronin“, „Der kalte Himmel“, „Helden – Wenn dein Land dich braucht“, „Das Mädchen aus dem Regenwald“,  „Hannas Entscheidung“, „Gottes mächtige Dienerin“, „Die Lebenslüge“, „Wer zu lieben wagt“, „Alle Sehnsucht dieser Erde“, „Suchkind 312“, „Die Erntehelferin, „Am Ende des Schweigens“, „Die Frau des Heimkehrers“ und „Die Schokoladenkönigin“. Von 2005 bis 2013 war Christine Neubauer die „Landärztin“ Johanna Lohmann in der gleichnamigen Reihe. Sie fuhr „Unter weißen Segeln“, war zuletzt Stargast auf dem berühmten „Traumschiff“ und spielte in einigen Folgen von „Im Tal des Schweigens“. In „München Grill“, einer Kombination aus Serie und Talk des Bayerischen Rundfunks, übernahm sie 2016 die Rolle der Köchin Toni Schweiger.

Ihre Auszeichnungen können sich mehr als sehen lassen: 1992 und 1999 erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis. 2002 gab es für sie den Bayerischen Poetentaler, eine Auszeichnung für Menschen, die sich um die bayerische Kultur verdient gemacht haben. 2006 und 2008 bekam sie in Österreich die Romy als beliebteste Schauspielerin. 2007 wurde ihr der Bayerische Verdienstorden verliehen. 2008 erhielt sie den Bambi in der Kategorie „Fernsehen“. 2012 bekam sie für ihre Rolle in „Hannas Entscheidung“ vier internationale Preise als beste Schauspielerin - u.a. die Goldene Nymphe aus Monaco, die ihr persönlich von Prinz Albert überreicht wurde, und den Goldenen Panda beim Sichuan TV Festival in China. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin machte sich Christine Neubauer als Autorin der „Vollweib“-Bücherreihe einen Namen.


Jochen Horst Harry Melton

Jochen Horst ist schon sehr gespannt auf das Engagement bei den Karl-May-Spielen. Eine skrupellose Figur wie den Harry Melton zu spielen, macht ihm besonders großen Spaß.

Seine schauspielerische Ausbildung absolvierte Jochen Horst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz und schloss sie mit der höchsten Auszeichnung ab: summa cum laude. Am Lee-Strasberg-Institut in London studierte er im Anschluss zwei Jahre lang Method Acting.

Seinen größten Erfolg feierte Jochen Horst als Titelheld der komödiantischen Krimiserie „Balko“. 48 Folgen lang ermittelte er auf RTL mit Scharfsinn, Charme und flotten Sprüchen. Für diese Serie erhielt Jochen Horst auch den renommierten Adolf-Grimme-Preis. Des Weiteren wurde er mit dem internationalen Kritikerpreis „Cenacolo Dei Critici Italiani“ , der ihm im Rahmen der Berlinale 2012 verliehen wurde, ausgezeichnet. Jochen Horst gehört zu den vielseitigsten Schauspielern seiner Generation. Seit Mitte der 80er Jahre hat er in zahlreichen Krimi-Erfolgen wie „Derrick“, „Der Alte“, „Die Männer vom K3“ und „Soko Kitzbühel“ mitgewirkt, aber er kann auch ganz anders: In der internationalen Historienproduktion „Nero – Die dunkle Seite der Macht“ spielte er mit Matthias Habich, Angela Molina und Ian Richardson. Bei „Die Entführung der Achille Lauro“ arbeitete er mit Filmlegende Burt Lancaster zusammen, bei „Der Zementgarten“ mit Charlotte Gainsbourg. 

Auf dem „Traumschiff“ fuhr Jochen Horst erst vor wenigen Monaten nach Uruguay. Doch auch in romantischen Produktionen der Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Reihe ist der Schauspieler zu Hause. In der ARD-Soap „Rote Rosen“ begeisterte er das Publikum als Atomphysiker Arthur Burgstett. Die Liste der Serien, in denen er markante Episodenhauptrollen übernahm, kann sich sehen lassen: „Küstenwache“, „Bella Block“, „Tatort“, „Polizeiruf 110“, „In aller Freundschaft“, „Der Staatsanwalt“, „Countdown – Die Jagd beginnt“ und „Alarm für Cobra 11“. 


Melanie Böhm Felisa

Das Chili ist nicht das einzig Feurige in der Cantina von Guaymas: Als Wirtstochter Felisa wirbelt Melanie Böhm durch das mexikanische Lokal. „Das ist eine Rolle, die ich mit riesengroßer Freude übernehme“, schwärmt die Schauspielerin aus Oberösterreich. Sie bringt bei ihrem Bad-Segeberg-Debüt eine Menge Temperament und Talent mit an den Kalkberg. 2013 erhielt sie ihr Abschlussdiplom als Musicaldarstellerin – und hat in diversen Produktionen ihre Vielseitigkeit längst unter Beweis gestellt. Dazu zählen  „Villa Dolorosa“ im Kasino der BURG Wien, „In 80 Tagen um die Welt“ am Musiktheater Linz, ebenso in Disneys „Camp Rock“, „Aladdin“ und „Alice im Wunderland“ (als Weißes Kaninchen mit Taschenuhr) in der Wiener Stadthalle, eine Europa-Tournee mit „Grease“, Gastspiele mit „Flashdance“, „A Chorus Line“, „Westside Story“, „Sound of music",  „Gypsy“ und „Saturday Night Fever“ sowie die „Rocky Horror Show“ am Kieler Schauspielhaus – um nur einige zu nennen. Fürs Fernsehen tanzte sie im Film „Die Tänzerin“ und war in der indischen Bollywood-Produktion „Vitthagun“ engagiert. Sie tanzte in der Royal Albert Hall in London, beim Eurovision Song Contest in Wien und bei mehreren TV-Shows. 2016 gründete sie zusammen mit ihrem Freund Max König in Hamburg die Ausbildungsstätte „Bühnenmaterial“ für junge Schauspieler. „Ein Kindheitstraum von mir!“, schwärmt sie. Die Teilnehmer gehen dort in Workshops die ersten Schritte in Schauspiel, Tanz und Gesang. Karl-May-Erfahrung hat sie übrigens auch schon: Als „Susan“ gehörte Melanie Böhm bei „Im Tal des Todes“ zum Team der Freilichtbühne Winzendorf in Österreich


Max König Yuma Shetar

Schon als kleiner Junge hat er davon geträumt, in Bad Segeberg neben Winnetou auf der Bühne zu stehen. Im vergangenen Jahr hat sich dieser Traum erfüllt – und die Zuschauer waren von ihm begeistert. Nun kehrt Max König als Häuptlingssohn der Mimbrenjos zurück, der sich erst im Laufe unseres neuen Abenteuers den Namen „Yuma-Shetar“ verdient. Max König freut sich sehr auf Bad Segeberg und das Publikum. Er findet es spannend, wieder einen Indianer zu spielen, der aber ganz anders ist als Apanatschka im letzten Jahr. Bei Werbecastings in Hamburg war der Möllner einst für die Bühne entdeckt worden. Er spielte im Musical „Till Eulenspiegel“ und im Bertolt-Brecht-Stück „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“. Die Fernsehzuschauer lernten ihn 2015 als „Clemens Manthey“ in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ kennen. In einer Folge drehte er mit Bad Segebergs langjährigem Winnetou – und genoss diese Arbeit. „Es hätte Brad Pitt sein können, das wäre mir egal gewesen – aber Gojko Mitic, der Held meiner Kindertage, da bin ich förmlich auf die Knie gefallen.“ In seinem ersten Kinofilm „Erwartungen“ spielte Max König gleich eine Hauptrolle. Und immer wieder zieht es den Wahl-Hamburger, der eine eigene Filmfirma gegründet hat, in den Wilden Westen. Mit Navajo-Indianern ritt er durch das Monument Valley und vertiefte seine Reitkünste auf einer Farm in Arizona. Zwei Jahre lang spielte er als „Old Shatterhand“ und „Kleiner Bär“ bei den Karl-May-Spielen in Österreich. Nach der Bad Segeberger Saison tourte er übrigens mit dem Schauspiel „Der Regenmacher“ durch Deutschland. Seine Rolle? Der Hilfssheriff „File“ – natürlich im mittleren Westen der USA.


Nicolas König Vete-Ya, der Große Mund

Unter freiem Himmel hat Nicolas König schon immer gern gespielt – und so ist es kein Wunder, dass es ihn seit 1992 immer wieder zu den Karl-May-Spielen zieht. Der Hamburger (Motto: „Die nächste Pfütze ist meine.“) ist längst einer der Publikumslieblinge am Kalkberg. Im Vorjahr tauschte er allerdings den Staub des Westens gegen das Wasser der Ostsee: Bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen ließ er als „Simon von Utrecht“ den legendären Freibeuter einen Kopf kürzer machen. Nicht wesentlich sympathischer ist Yuma-Häuptling „Vete-Ya, der Große Mund“, den Nicolas König in diesem Jahr am Kalkberg spielt. Bereits als Fünfjähriger stand er einst zum ersten Mal auf einer Bühne – und seither hat er die unterschiedlichsten Charaktere verkörpert. Eine erste Serienhauptrolle brachte ihn zur RTL-Actionserie „Die Feuerengel“, später steuerte er als Pilot „Jens Blank“ mehrere Jahre lang den Hubschrauber der „Rettungsflieger“ im ZDF. Seine romantische Seite konnte er in Serien wie „Rote Rosen“, „Eine für alle“ und im Rosamunde-Pilcher-Streifen „Im Licht des Feuers“ zeigen. Seine Karl-May-Kollegen wissen übrigens längst, wie hinreißend komisch er sein kann; und den TV-Zuschauern zeigte er das in Produktionen wie „Ich bin Boes“ an der Seite von Mirja Boes. Wenn er nicht gerade Episodenhauptrollen fürs Fernsehen spielt oder Winnetou piesackt, findet man Nicolas König im Tonstudio. Er synchronisiert (unter anderem Hauptdarsteller Joel Kinnaman im Netflix-Hit „Altered Carbon“) und verleiht Werbespots mit seiner Stimme das gewisse Etwas. 


Fabian Monasterios Player 

Mit ihm haben die Karl-May-Maskenbildner nur wenig Arbeit. Wenn man Fabian Monasterios in einen Mexikaner verwandeln will, heißt es: Kostüm an, Hut auf – und raus auf die Bühne! Die richtige Optik bringt der Sohn einer deutschen Mutter und eines bolivianischen Vaters von Natur aus mit. Nach zwei Jahren Pause kehrt er als zwielichtiger „Player“ ins Ensemble am Kalkberg zurück. In der Rolle des Falschspielers und Mörders, der allerdings auch romantische Momente erleben darf, besteht er seinen fünften Präriesommer. Besonders gern hat er 2014 in „Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado“ den Schurken Stewart an der Seite von TV-Star Christian Kohlund gespielt. Im Vorjahr sah man Fabian Monasterios in seiner Geburtsstadt Hamburg am Ohnsorg-Theater im Stück „Romeo und Julia“ – natürlich „op Platt“ das Ganze. Fabian Monasterios besuchte die Schauspielschule Arturo in Köln. In Los Angeles folgten weitere Ausbildungsschritte. Einige Jahre war er festes Ensemblemitglied an der Landesbühne Niedersachsen. Für das Fernsehen drehte er „Die Rettungsflieger“, “Alarm für Cobra 11” und „Der Mungo“. Neben der Schauspielerei hat Fabian Monasterios übrigens noch eine weitere Leidenschaft entdeckt: Die japanische Sprache, die er mittlerweile im vierten Semester studiert. Fabian Monasterios beherrscht sie bereits so gut, dass er 2017 in einem japanischen Kurzfilm einen Kulturattaché spielte. Nach Ende der Karl-May-Saison 2018 fliegt er nach Japan, um dort für einen Kinofilm vor der Kamera zu stehen.


Joshy Peters Old Shatterhand

Er ist der Mann für alle Fälle am Kalkberg: Vor über 30 Jahren gab Joshy Peters sein Debüt in Bad Segeberg, zum 26. Mal spielt er mit – und in der nun zehnten Saison verkörpert er die berühmteste Schmetterhand des Wilden Westens: Old Shatterhand. „Das ist einfach meine Traumrolle!“, schwärmt er. „So gern ich auch Schurken spiele – so wie den Old Wabble im vergangenen Jahr.“ Als greiser Cowboy war Joshy Peters nicht wiederzuerkennen. Die Karl-May-Zuschauer haben ihn aber auch schon als Winnetous Vater, als kriegerischen Indianerhäuptling Großer Wolf und legendären Buffalo Bill erlebt, ebenso als Old Firehand, Old Surehand und den von Rache getriebenen Missouri-Blenter. „Bei den ‚Olds‘ fehlt mir jetzt nur noch der ‚Old Death‘“, sagt der Hamburger. Seine private Lieblingsrolle ist derzeit aber eine ganz andere: Nach der Karl-May-Saison 2017 hat er seine Freundin Daniela geheiratet – und vor wenigen Monaten wurde Sohnemann Clint Joshua geboren. Fürs Kino drehte er zuletzt den Warner-Brothers-Streifen „The Crimean“. Als Martin Puttkammer ermittelte er in der ARD-Reihe „Nord bei Nordwest“. Er stand für internationale Produktionen wie „Target“, „Der letzte Pate“ und „The Mirror“ vor der Kamera, drehte in Deutschland „Absolute Giganten“, „Karniggels“, „Tatort“ und vieles mehr. Im Synchronstudio vertont er hochwertige Serien wie „Designated Survivor“ und „The Knick“, ebenso Blockbuster der „Transformers“- und „Avengers“-Reihe und das Netflix-Drama „Berlin Station“. Sein schauspielerisches Wohnzimmer, in das er jeden Sommer zurückkehrt, liegt aber am Fuße des Kalkbergs.


Patrick L. Schmitz José Sancho Gonzalez

Zum dritten Mal sorgt Patrick L. Schmitz für gute Laune am Kalkberg: Nach dem Dichter Heinz-Egon Winzigmann (2015) und dem französischen Koch Francois (2017) verkörpert er nun den schöngeistigen Dorfpolizisten José Sancho Gonzalez, der viel lieber Musiker als Gesetzeshüter geworden wäre. Am Staatstheater seiner Heimatstadt Wiesbaden hat sich einst vom Statisten zum Hauptdarsteller hochgespielt. Auch wenn er am Kalkberg auf das komische Fach abonniert ist, spielt der 39-Jährige anderswo auch ganz andere Charaktere – zum Beispiel den Judas in Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“ oder den Othello in einer eigens produzierten Fassung in Bamberg. Am dortigen E.T.A.-Hoffmann-Theater war er viele Jahre lang engagiert und wirkte in über 70 Produktionen mit, aber inzwischen ist er freischaffend tätig. Nach der Karl-May-Saison 2017 war er mit der Komödie „Der Kleingarten-König“ unterwegs, einem Stück im Stile der klassischen Heinz-Erhardt-Lustspiele. Besonders im Theater am Aegi in Hannover erntete die Aufführung in restlos ausverkauften Vorstellungen großen Applaus. Wenn er Winnetou beim Kampf um die Felsenburg unterstützt hat, wird sich Patrick L. Schmitz (das „L“ steht für Ludovicus) erst einmal seiner Frau, seinen beiden Kindern und dem Familienhund „Charles Dickens“ widmen. Apropos Dickens: In der Weihnachtszeit trägt er die Geschichte um den Geizhals Scrooge in einer szenischen Lesung vor. Auch bereitet er ein weihnachtliches Swing-Konzert im Stile des legendären RatPacks vor – ebenso eine Zusammenarbeit mit dem hr2RadioLiveTheater.


Stephan A. Tölle Jurisconsulto und Hermann Weber

Er kommt aus Westfalen, wohnt aber seit langem in Hamburg – und von dort aus ist es in den Wilden Westen nicht weit weg. Zum bereits sechsten Mal seit 2009 gehört Stephan A. Tölle zum Karl-May-Ensemble. Diesmal schlüpft er gleich in zwei Rollen: Er spielt als Jurisconsulto den geplagten Statthalter der Ortschaft Guaymas und darüber hinaus den deutschen Siedler Hermann Weber, der in ein mörderisches Komplott gerät. Wann immer möglich, werden seine artistischen Fähigkeiten ins Stück eingebaut – so auch im Vorjahr als „Pitt Holbers“. Mit Freilichttheater kennt sich der 42-Jährige seit Beginn seiner Karriere aus. Er trat zehn Jahre lang bei den Scherenburgfestspielen in Gemünden am Main auf. Oft ist er im Fernsehen zu erleben – zum Beispiel in der Krimireihe „Nord bei Nordwest“ als „Herr Töteberg“, von Beruf Bestatter. „Eine wiederkehrende Rolle, die mir viel Spaß macht.“ Er drehte aber auch für Serien wie „Notruf Hafenkante“, „Die Pfefferkörner“, „Dr. Klein“ und „Morden im Norden“. Immer wieder zieht es den Schauspieler aber auf die Bretter, die die Welt bedeuten. So spielte er zuletzt an der Landesbühne Rheinland-Pfalz den Alexander von Humboldt in „Die Vermessung der Welt“ und wirkte als Francis Crick in der deutschsprachigen Erstaufführung  „Foto 51“ am Ernst- Deutsch-Theater in Hamburg mit. Zuletzt drehte er die neue ZDF-Krimireihe „Sarah Kohr“, außerdem „SOKO Wismar“, den dokumentarischen Spielfilm „Die Affäre Borgward“, „Tödliches Comeback“ und den achten Teil von „Nord bei Nordwest“ auf Fehmarn.


Harald Wieczorek Don Geronimo, Nalgo Mokaschi
und Don Timoteo Pruchillo

Er hat schon so viele Abenteuer hinter sich, dass es glatt für drei aufregende Leben reichen würde – und einige davon schildert Harald Wieczorek in seinem neuen Buch „Windstärke 13“. Darin berichtet er von seinen Jahren als Seemann inklusive eines spektakulären Schiffbruchs mitten in einem haiverseuchten Gewässer. Über 35 Lesungen hat der 69-Jährige Anfang des Jahres absolviert – und die Zuhörer hingen förmlich an seinen Lippen. Kein Wunder also, dass er am nächsten Buch schreibt. Der Abenteuerroman „Der stumme Jakob“ spielt im 30-jährigen Krieg. Am 13. Oktober 2018 feiert zudem in Ottobrunn sein neues Theaterstück „Grauzone – Ticket ins Jenseits“ Premiere. Für 2019 ist ein Drei-Personen-Stück in Vorbereitung. Seit 1979 wirft er sich aber auch mit großer Begeisterung für die Karl-May-Spiele in den Staub der Bad Segeberger Arena – unter anderem als „Ölprinz“, „Dick Hammerdull“ und „Wokadeh“. Keiner „stirbt“ so schön wie er, aber diesmal hat er gute Chancen, das Stück gleich dreifach zu überleben: als gutmütiger Cantina-Wirt Don Geronimo, als würdevoller Mimbrenjo-Häuptling Nalgu Mokaschi und als arroganter Haciendero Don Timoteo Pruchillo. In seiner langen Karriere hat er über 7.000 Vorstellungen gespielt – besonders erfolgreich als Winston Churchill und König George V. im preisgekrönten Schauspiel „The King’s Speech“ an der Seite von Götz Otto und Steffen Wink. Im Fernsehen sah man ihn in Serien wie „Forsthaus Falkenau“, „Marienhof“, „SOKO München“, „Tatort“ und „Großstadtrevier“. Aber am liebsten geht der alte Seebär nach wie vor am Kalkberg vor Anker – und dafür fliegt er sogar extra aus seiner Wahlheimat Andalusien nach Norddeutschland.


Sascha Hödl Yuma Shetar

Sascha Hödl vertritt in einigen Vorstellungen seinen Kollegen Max König, der sich während der Proben verletzt hat. Beide kennen sich von der Freilichtbühne Winzendorf in Österreich, auf der Sascha Hödl fünf Jahre lang den Winnetou spielte – und Max König in einer Saison sein Blutsbruder war. Der 25-Jährige Sascha Hödl lebt seinen Traum. Als Knirps im Vorschulalter saß er bei der Eröffnung der Westernstadt „No Name City“ ehrfürchtig auf dem Schoß von Leinwand-Winnetou Pierre Brice. Der kleine Sascha sagte staunend: „Ich möchte so werden wie du!“ Und der berühmte Franzose antwortete: „Dann musst du Schauspieler werden!“ Gesagt, getan. Mit zehn Jahren fing er in Winzendorf an, arbeitete sich vom Fensterputzer-Statisten zum Winnetou hoch. Er ging bei ungarischen und französischen Stuntprofis in die Lehre. Außerdem studierte er am Performing Center Austria und ließ sich zum Musicaldarsteller ausbilden. Beim Musical „Zorro“ sorgte er für die Stunt- und Fechtchoreografie und spielte den Titelhelden. Auch in Opernproduktionen, dem Musical „Die Schöne und das Biest“ und Theaterproduktionen wie „Woyzeck“ war er zu erleben. Und nun kämpft er am Bad Segeberger Kalkberg – und das mit ganzem Herzen.