Im Gespräch mit Jan Hartmann

„Mir gefällt an meinem Old Firehand
seine unglaubliche Lässigkeit.“

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf den Sommer? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich, ehrlich gesagt, wie ein kleines Kind auf die Zeit als Old Firehand. Auf den Berg genauso wie auf die Arbeit mit Pferden und Kollegen. Und natürlich ist es für mich als Norddeutscher ein Geschenk, den Sommer über in meiner Heimat zu sein.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als das Angebot aus Bad Segeberg kam?

Da habe ich einfach nur gedacht: YES! Endlich! Die Karl-May-Spiele sind für mich seit meiner Kindheit, als ich oft im Zuschauerraum saß, etwas ganz Besonderes. Ich stehe schon seit Jahren mit den Verantwortlichen in Kontakt. Aus zeitlichen Gründen kam es jedoch nie zu einer Verpflichtung. Umso mehr freue ich mich deshalb auf meinen Sommer im Norden.

Was verbindet Sie mit den Karl-May-Spielen?

Zuerst einmal die räumliche Nähe. Ich bin geborener Kaltenkirchener, aufgewachsen in Bad Bramstedt. Nordish by nature sozusagen. In meiner Kindheit war es immer etwas Besonderes, wenn der Besuch bei Winnetou anstand. Ich fand die Explosionen und das Riesenspektakel mit den Pferden unfassbar spannend. Und natürlich ging ich erst, wenn ich etwas aus dem Western-Shop bekam… Es gab jedenfalls mehrere Faschingsfeste mit mir als Cowboy!

Wie bereiten Sie sich auf die Herausforderungen des Wilden Westens vor?

Ich habe Pferde immer geliebt, muss reiterisch aber noch ein bisschen nachlegen, um den Anforderungen der Show gewachsen zu sein. Meine Ernährung stelle ich komplett auf Bohnen um, um mich gut einfühlen zu können. Nein! Scherz!!! Ich bin mehr in Bewegung und natürlich achte ich auf meine Ernährung. Vor allem nehme ich viele Reitstunden, auch weil ich die Zeit mit den Pferden als unglaublich wertvoll empfinde. Es geht ja nicht nur um meinen Kindheitstraum, sondern auch um die Sicherheit aller Beteiligten: der Kollegen und der Tiere. Ich will dazu beitragen, den Zuschauern eine unvergessliche Zeit im Wilden Westen zu bereiten.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Rolle besonders gut?

Mir gefällt an meinem Old Firehand vor allem seine unglaubliche Lässigkeit. Er ist einer der besten Schützen des Westens, entwaffnet seine Widersacher mit unaufgeregter Präzision. Gleichzeitig ist er ein aufrichtiger, loyaler Freund, der – fast schon untypisch für einen Kerl aus dem Wilden Westen – keine Scheu hat, seine Gefühle zu zeigen und auch danach zu handeln. Im Grunde das, was von uns modernen Männern erwartet wird.

Sie werden in einem Open-Air-Theater mit über 7.500 Sitzplätzen spielen. Wie steht’s mit Lampenfieber?

Vor so vielen Zuschauern habe ich noch nicht gespielt. Da kommt natürlich eine vorfreudige Aufregung hoch, die mich gleichzeitig total motiviert.

Kennen Sie Karl Mays Abenteuer?

Bei meiner Oma stehen noch sämtliche Karl-May-Bände im Regal. Die haben damals mein Vater und mein Onkel alle gelesen. Bei mir waren es vor allem die Filme, die ich als Kind geliebt habe. Und jetzt bin ich selbst Old Firehand!

Was wünschen Sie sich für die Saison?

Ich wünsche mir für die Saison leuchtende Kinderaugen und glückliche Zuschauer – und dass wir bei bestem Wetter gemeinsam eine richtig gute Zeit haben!