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Samson Goetze -
der neue
Plakatkünstler der Karl-May-Spiele

Samson Goetze, der neue Plakatkünstler der Karl-May-Spiele, hat bereits als Kind gern zum Stift gegriffen. „Ich habe meine ganze Fantasie schon immer über das Zeichnen ausgelebt. Grundsätzlich glaube ich, dass jeder das lernen kann. Ich habe aber offenbar eine relativ gute Beobachtungsgabe.“ Der gebürtige Kieler glänzte beim Kunstunterricht in der Schule und zeichnete auch in seiner Freizeit viel – vor allem Motive aus dem Fantasy-Bereich. Der Gedanke, aus diesem Talent einen Beruf zu machen, beschäftigte Samson Goetze schon in seiner Jugend.

Umso kälter war die Dusche, die ihm nach Schulabschluss und Abitur eine norddeutsche Kunsthochschule verpasste. Samson Goetze hatte eine umfangreiche Mappe seiner Arbeiten eingereicht und erntete eine geradezu vernichtende Absage. Bei ihm seien weder grundlegende zeichnerische Fähigkeiten noch räumliches Denken festzustellen, und von Gespür für Farbe könne ebenfalls keine Rede sein. Der junge Künstler nahm es sportlich, wie er lachend berichtet: „Alle, die ihre Mappen wieder abholen mussten, hatten diesen Text.“ Entmutigen ließ er sich nicht.

„Das Chamäleon“ kann in nahezu jedem Kunststil arbeiten.

Samson Goetze entschied, sich auf Grafik-Design zu spezialisieren und eine Karriere als Illustrator anzustreben. Drei Jahre lang besuchte er die Akademie für Gestaltung in Hamburg. Nebenher verdiente er Geld mit ersten Illustrations-Aufträgen für eine Eventagentur. An der Akademie erhielt er einen anerkennenden Spitznamen: „das Chamäleon“. Er konnte in nahezu jedem Stil arbeiten. „Das war Fluch und Segen zugleich“, sagt Samson Goetze. „Denn ich wusste dadurch nicht: Was ist mein eigener Stil? Was macht mich aus?“ Inzwischen hat er es herausgefunden. „Das Besondere bei mir sind die Gesichter der Menschen. Meine Figuren sind sehr filmisch – und es ist mir wichtig, dass sie auch miteinander agieren. Das habe ich auch beim Plakat für die Karl-May-Spiele umgesetzt. Alexander Klaws als Winnetou und Sascha Hehn als Ölprinz schauen nicht den Betrachter an, sondern bauen mit ihren gegenseitigen Blicken eine Spannung auf. Das ist ein neues Element, das ich dazugefügt habe.“

Zuletzt malte Samson Goetze Karl Lauterbach für die „Spiegel“-Titelseite.

Die Lebendigkeit der Figuren und seine Vielseitigkeit haben Samson Goetze schon viele Türen geöffnet. Erstmals arbeitete er 2015 für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Für die Titelseite zeichnete er passend zur griechischen Finanzkrise einen gut gelaunten Griechen Seite an Seite mit dem Inbegriff eines spießigen deutschen Urlaubers, der sein Geld zählt. Mittlerweile hat Samson Goetze schon 20mal das Spiegel-Cover gestaltet – zuletzt mit einem Motiv von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in James-Bond-Pose mit Impfspitze statt Walther PPK. Hinzu kommen Illustrationen für den Innenteil des Heftes. Rund 50 Arbeiten hat er schon beim Spiegel abgegeben. Ebenso gefragt ist der Künstler, der mit seiner Familie in Osterrönfeld bei Rendsburg wohnt, bei „National Geographic“ und „Geo Epoche“. Außerdem hat er CD-Cover gestaltet und für das Berliner Museumsdorf Düppel mehrere drei Meter hohe Bilder gemalt. Im Lippischen Landesmuseum Detmold begeisterte er das Publikum jüngst mit nahezu fotorealistischen Bildern zum Leben in der Römerzeit.

Neues Karl-May-Plakat entstand am 27 Zoll großen Tablet-Computer.

Die Karl-May-Spiele kennt er als Zuschauer seit Jahrzehnten. Bereits als Kind hat Samson Goetze voller Begeisterung Winnetous Abenteuer verfolgt. „Als der Anruf von Ute Thienel kam, konnte ich das erst gar nicht glauben. Ich sollte für die Karl-May-Spiele arbeiten! Das weckte sofort das Kind in einem – das war geil!“ Er musste nicht lange über das Angebot nachdenken. Sofort war ihm klar: „Da habe ich große Lust zu!“ Vor ein paar Jahren hat er das Freilichttheater am Kalkberg schon mal im Cartoon-Stil gezeichnet: als Arbeitsprobe für einen Verlag von Wimmelbild-Büchern.

Bei den Karl-May-Spielen lernte Samson Goetze bei der Gaststarpräsentation Katy Karrenbauer und Sascha Hehn kennen – und machte sich ans Werk. Er malt ganz klassisch von Hand, allerdings auf einem 27 Zoll großen Tablet-Computer und somit vollständig digital. Dadurch kann man leichter mit Hintergründen, Lichtstimmungen und Gesichtsausdrücken experimentieren. „Die Farben sollen sich aber verhalten wie auf einer Leinwand.“ Das Team am Kalkberg war vom Ergebnis restlos begeistert.